Blog

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.491

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.491

    Tom Bouman – Im Morgengrauen (Ars Vivendi, 2018)

    Gelesen: 27.11. – 02.12.2020, netto 311 Seiten

    Bereits in das erste Buch mit Officer Henry Farrell war ganz großes Kopfkino, endlich bin ich über das zweite aus der Serie gestolpert und habe es im Buchhandel meines Vertrauens mitgenommen.

    Im Morgengrauen (engl. Fateful Mornings) geht da weiter wo Auf der Jagd (engl. Dry Bones in the Valley) aufgehört hat.

    Henry Farrell führt einen sehr lokalen Kampf als Police Officer in Wild Thyme, einer Gemeinde ohne Geld (daher ist er der einzige Cop) in einer Gegend ohne Geld. Denn Geld, das machen entweder die Drogenbosse (in New York State oder New York City) oder aber die Bosse der Fracking Firmen (die an jeder Ecke Land aufkaufen, roden und verseucht hinterlassen).

    Das erste Buch hatte sehr viel Schwung, hier nimmt Tom etwas das Tempo raus und lässt Henry etwas mehr Zeit: Für noch mehr Landschaft, für noch mehr Details über die Menschen, über Bluegrass und … über Holzrahmenkonstruktionen und die Geschichte der Timber-Frame Bauweise. Das kann schon mal langatmig werden, ist aber dennoch kein Wiederspruch in einem Krimi.

    Und Krimi ist das schon, aus dem Verschwinden einer White Trash Junkie Nutte wird ein klassischer Serienmord eines Anonymen Killers. Und aus den zarten Banden von Henry zu einer Frau wird Liebe. Und aus dem Killer wird einer Toter und aus Henry …

    … verrat ich nicht. Aber wieder schafft es Tom Bouman an mehr als einer Stelle den Leser komplett in die falsche Richtung zu führen, insbesondere am Ende.

    Großartiges Kino in einer großartigen Landschaft voller nicht ganz so großartiger Menschen. US of A eben.

    Jetzt fehlt noch das dritte Buch, bitte. Und eine anständige Verfilmung.

    Soundtrack dazu: Wisdom In Chains – The World Is Not Going To Miss You, was sonst?

    Und das passt auch:

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.490

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.490

    Denise Mina – Götter Und Tiere (Ariadne, 2020)

    Gelesen: 19. – 26.11.2020, netto 339 Seiten

    Ein weiteres tolles Buch rund um Detective Sergeant Alex Morrow. Diesmal geht es sehr viel weniger um die Polizistin sondern mehr um einen Labour Politiker:

    Kenny Gallagher ist dabei ein bürgerlicher der es aber irgendwie geschafft hat Street Credibility zu erreichen. Was keiner ahnt ist das er Sexsüchtig ist. Und deswegen korrumpierbar.

    Was auch keiner ahnt, ist das ein alter Gefährte aus den 70ern, sich bei einem Postfilialenüberfall erschießen lässt. Und seinen Enkel einem etwas anderem Typen übergibt.

    Und ganz unterschiedliche Dinge, ganz unterschiedliche Leben werden von Denise Mina sowas von geschickt miteinander verwoben und mit einem wunderbar dreckigem Glasgow vereint. Wenig Hoffnung, viel Korruption und ganz wenig Hoffnung.

    Und am Ende gibt es keine Auflösung, keine Erlösung sondern es muss ein reiches Amibürschchen um die Ecke kommen das sein Geld nicht haben will um Überlebende zu retten. Aus der Ecke der Einheimischen kommt … nix. Nur noch mehr interner Streit. Den am Ende ist alles Familie. Und so richtig mies geht es innerhalb der Familien zu.

    Großes Kino, große Sprache – perfektes Kopfkino!

    Soundtrack dazu: Knock Off – Sex Doll Fantasy, was sonst?