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Leye Adenle – Schatten der Schuld (InterKontinental, 2026)

Gelesen: 08. – 14.10.2026 (netto 403 Seiten)

Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer.

Das grandiose Finale der Lagos Trilogie. Oder aber auch nicht, wenn ich es recht gelesen habe hat Leye Adenle zumindest die Idee eine neues Amanka Buches im Kopf. Cool.

Am Ende des 2te Bandes hatte sich Amanka nach London zu ihrem Freund gerettet. Und dort macht sie dass, was sie in Lagos auch gemacht hat – ein Auge auf Frauen haben, die ausgebeutet werden. Und das befeuert ihr Heimweh.

Als dann ihre Freundin Funke anruft, die gerade in einem Luxushotel einen Doppelmord (ihr Sugardaddy, ein Pastor, und seine Frau wurde hingerichtet) erlebt hat und sich vor den Killern im (!) Sofa versteckt hat … da bucht Amanka den nächsten Flug nach Lagos um sie zu retten.

Sie schafft es Funke irgendwie zu retten und auch wieder nicht. Denn im Grund landen beiden Knietief im Sumpf: Drei Linien kreuzen sich und sie haben drei Gangs an der Backe…

… eine Kirche, das Hauptthema im Buch, die natürlich ihre Schafe ausnimmt und ordentlich Geld für ein gutes Leben und überhaupt auf die Seite (und ausser Landes schaft).

… die Sicherheitsorgane, sei es Polizei oder Geheimdienst, die die Kohle lieber selber einsacken wollen.

… Kolumbianische Drogenschmuggler, die den Privatjet der Kirche als Transportvehikel benutzen (und die amerikanischen Piloten kontrolieren)

Ach ja, die Piloten (ex-US Militär, was sonst), wollen eigentlich die ganze Kohle selbst einsacken.

Und um was geht es? 100 Millionen Dollar.

Puh, da werden so einige zu Egoisten!

Die ersten beide Bände waren gut, aber auch ein wenig zu voll. Hier ist das Ziel zum ersten Mal klar und der Leser kann alle bei der Suche nach der Kohle verfolgen (ohne zu wissen wo sie ist).

Und das macht dieses Buch besser als gut!

Der eigentlich Reiz des Buches ist dabei das völlige über Bord werfen von Gesellschaftlichen Protokollen, Legalität, Fairplay und geradlinigen Abläufen. Als Leser habe ich habe das Chaos genossen und der Heldin die Daumen gedrückt – sie geht ihren eigenen Weg und weiß ganz genau, wie man das System für sich nutzt.

Bis zum Schluss bleibt offen, wer am Ende die Nase vorn hat und wer auf dem stetig wachsenden Leichenberg landet – in diesem rabenschwarzen, rasanten und rundum unterhaltsamen Vergnügen.

Mehr davon!

Soundtrack dazu: No Guts, No Glory – The Priests, was sonst?

PS: Und Leye zum Thema Kirche?

Q: Pastor Frank leads/runs/manages a large church that mints money from donations and other services that it supplies, particularly to the rich. It has its own plane. Its congregation includes the minister of justice and many other senior individuals in the Lagos leadership. There’s plenty of politics. It seems to go far beyond religious activities. Are such religious organizations normal in Nigeria?

A: Yes they are. We have an infestation of Pentecostal churches in Nigeria, and our politicians and other sundry criminals seem to trust that tithing ten percent of ill-gotten wealth somehow washes away the crime behind the money.

Interview hier.

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