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  • Bücher, schnell gelesen: Teil 888

    Bücher, schnell gelesen: Teil 888

    Bernie Mayer - Mandels Büro (Heyne, 2012)
    Bernie Mayer – Mandels Büro (Heyne, 2012)

    Gelesen: 29.01. – 30.01.2012 (Zeit nicht genommen), netto 327 Seiten.

    Oh, interessant. Wird da wirklich eine Serie draus? Auf jeden Fall nicht ganz so blutig wie David Niven’s “Kill your friends” (deswegen bei Heyne und nicht bei Heyne Hardcore?) aber dennoch eine kleine und feine Einsicht in das Deutsche Musik-Business und die Musik-Journalie. Für Leute aus der Branche sicher mit Wiedererkennungsfaktor, mir ist das mal egal.

    Ein rund um guter Krimi, mit vielen lustigen Passagen und einem mehr oder weniger überraschenden Ende. Schön aber die musikalischen Entgleisungen mittendrin, über mehrere Seiten werden die Vorzüge z.B. der Slayer Diskographie diskutiert – später kommt eine umfängliche Würdigung der King Diamond Diskographie. Das zeugt von echter Liebe und echtem Know-how (der Autor war/ist in der Branche).

    Ein gelungenes Debüt, das auch sprachlich überzeugt (die “Ich”-Perspektive deckt nicht nur den Erzähler sondern auch den namensgebenden Kompagnon ab). Gelungen auch Wortspiele wir “Rechtsexkzeme“, wenn auch die Ausuferung der Story in einen rechtsradikalen Hintergrund ein wenig arg gewollt rüberkommt.

    Gutes Debüt, bin gespannt ob es noch besser geht. Soundtrack: Lokalmatadore.

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 887

    Bücher, schnell gelesen: Teil 887

    Christopher G. Moore - Stunde Null in Phnom Penh (Unionsverlag METRO 546, 2011)
    Christopher G. Moore – Stunde Null in Phnom Penh (Unionsverlag METRO 546, 2011)

    Gelesen: 26.01. – 29.01.2012 (Zeit nicht genommen), netto 304 Seiten.

    Endlich wieder ein UT Metro Buch in meinem “noch zu lesen” Stapel. Eine meiner Lieblingskrimireihen, zumal eine stringente Umschlag- und Buchgestaltung die Bücher nicht nur zum “Schmuck” eines jeden nach Reihe geordneten Bücherregals macht. Dazu eine vollständige Ausstattung mit Hinweisen zu Autor und Übersetzer – passt.

    Christopher G. Moore hat es nach Asien (Bangkok) verschlagen und hier hat er mit Vincent Calvino eine asiatische Version des “lone private eye” geschaffen der – wie Moore – ein “Farang” in Thailand ist.

    In “Stunde Null in Phnom Penh” bring Moore seine eigene Erfahrung als journalistischer Beobachter des UNTAC (“United Nations Transitional Authority in Cambodia”) Projektes ein – er war 1993 selbst vor Ort.

    Insofern lebt diese Krimi weniger als die anderen Bücher von ihm von einer Privatdetektiv-Story als von der kenntnisreichen Darstellung des Lebens in Kambodscha in der Stunde Null, direkt nach den Roten Khmer und Bruder Nummer 1. Keine Frage wer die Kriegsgewinnler sind – jedenfalls nicht die Kambodschaner. Auch keine Frage warum kleine UN Staaten gerne Personal für eine solche Mission abstellen. Alleine diese Darstellungen reicht aus das Buch als Lesenswert zu bezeichnen. Dazu eine gute, wenn auch nicht großartige, kleine Detektivstory um … nein, wird nicht verraten!

    Soundtrack: Dead Kennedys, was sonst!

    PS: Wer mehr über die Roten Khmer und Pol Pot wissen will – eine wirklich fette Biographie hatte ich mir vor vielen Jahren mal in London mitgenommen: Philip Short – Anathomy of a Nightmare (John MacRae Books) ist sehr spannend!

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 886

    Bücher, schnell gelesen: Teil 886

    David Simon - Homicide (Kunstmann, 2011)
    David Simon – Homicide (Kunstmann, 2011)

    Gelesen: 03.01. – 25.01.2012 (Zeit nicht genommen), netto 790 Seiten plus 29 Seiten Anhang.

    Ein großartiges Buch, schon 1991 erschienen aber erst mit der Neuauflage 2006 offensichtlich für den Deutschen Markt interessant geworden. “True-Crime” wird das wohl genannt – es ist schlicht und einfach die detaillierte Beobachtung eines Polizeireporters, der ein Jahr in der Mordkommission von Baltimore im wahrsten Sinne des Wortes “gesessen” hat (heute wird das wohl “embedded” genannt).

    Das Pensum: 234 Morde in einem Jahr. Die Aufklärungsraten so um die 70%. Die Stadt: Am Verfallen. Wer hier aufmerksam mitliest wird a) über die meisten TV-Polizeiserien lachen und b) die harte Realität im die Ohren gehauen bekommen. Realität ist dabei im Baltimore der beginnenden 90er Drogen, Drogenmorde, wirtschaftliche Rassentrennung und eigentlich alles üble was man sich so aus der Ferne vorstellen kann u.a. das die Stadtpolitik eigentlich die Statistik bestimmt.

    Mit ruhiger, distanzierter Beobachtung und lakonischer, faktischer Sprache schafft es David Simon ein absolut plastisches Bild der Arbeit der Mordkommission zu schaffen und die Detektives und ihre Bosse mit all ihren Stärken und Schwächen darzustellen. Dazu gibt es – durch die Bank – interessante “Fälle” bei denen der Leser der Aufklärung beiwohnen kann.

    Wie alles, was lakonisch die blutige Realität beschreibt, großartig. Soundtrack dazu: The God Awfulls.