
Es gibt nichts schöneres als Nachbarkinder (die gerade in die Schule gekommen sind), die das wesentliche schon verinnerlicht haben und solche Geburtstagsgeschenke (an meine Liebste) machen. Danke Mats!


Es gibt nichts schöneres als Nachbarkinder (die gerade in die Schule gekommen sind), die das wesentliche schon verinnerlicht haben und solche Geburtstagsgeschenke (an meine Liebste) machen. Danke Mats!


Gelesen: 28. – 30.08.2013 (Zeit nicht genommen), netto 308 Seiten.
Walter Mosley ist vor allem für seine “Easy Rawlins” Krimis bekannt, die in LA spielen. Allerdings ist er ein Vielschreiber, der sowohl Handlungsorte als auch die Genres gerne mal austauscht. “Killing Johnny Fry” (der Originaltitel ist irgendwie passender) ist dabei ein ziemlicher Mischmasch aus Krimi und Porno (“Erotica”). Das Buch hätte besser zu Heyne Hardcore oder Rotbuch gepasst – das hätte ich sowas erwartet.
Die Handlung ist einfach und dient als kleine Parabel über das ausbrechen von Cordell (dem Protagonisten) aus einer “normalen” und “heilen” Welt. Dabei schmeißt er den Job und die Idee der monogamen Beziehung über Board und lernt Sex, hemmungslosen Sex, kennen und lieben. Das er dabei nicht nur seinen Geist “befreit” sondern sich auch noch seines Nebenbuhlers (Johnny Fry) auf elegante Art erledigt ist dann wohl das Krimielement. Aber doll ist das nicht. Und die Sexszenen sind dann auch nicht wirklich “Erotica”.
Nö, das kann er als Krimi viel besser. Dennoch akzeptable Unterhaltung.
Soundtrack dazu: The Mentors, was sonst?


Gelesen: 17. – 28.08.2013 (Zeit nicht genommen), netto 299 Seiten.
Hoppla! Ein neues Genre für mich: Der historische Krimi oder aber eine Sozialgeschichte von einer Historikerin als Krimi verpackt. Oder?
Dominique Manotti ist Historikerin und arbeitete viele Jahre als Generalsekretärin der Confédération française démocratique du travail (ich liebe die vielen akzentirgendwas!) und ist überzeugte Rätekommunistin (gibt es sowas noch?). Nachdem sie sich enttäuscht und desillusioniert von der Politik abgewandt hat wollte sie im reifen Alter von 50 James Ellroy nacheifern. Eigentlich eine schlechter Werdegang dafür…
“Hartes Pflaster” entstand aus ihrem Gewerkschafts- und Historien(ge)wissen und ist eine leidlich spannende Kriminalgeschichte vor einem realen Hintergrund: Die Pariser Modebranche lässt ihre Scheiderarbeiten in der Regel in mehr oder weniger illegalen Werkstätten durch papier- und rechtlose türkische Immigranten erledigen – diese Streiken für ihre Rechte und nebenbei verwickelt sich das ganze mit iranisch-türkisch-französisch-amerikanischen Drogen-, Waffen- und Menschenhandel. Dazu ein schwuler Kommissar der ein techtel-mechtel mit einem Streiter für die rechte der Schneider hat.
Der historische Bogen (bis hin zu Mehmet Ali Ağca) ist riesengroß, fast schon zu groß. Zum Glück gibt es aber auch ausreichend Sex, Gewalt und Enttäuschungen. Nicht schlecht, aber leider “überladen”. Das Kopfkino springt daher nicht sofort an!
Soundtrack dazu: Oberkampf, was sonst?