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  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.312

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.312

    Mike Nicol - Korrupt (btb, 2018)
    Mike Nicol – Korrupt (btb, 2018)

    Gelesen: 01. – 08.04.2018, netto 494 Seiten

    Der zweite Teil seiner Polit-Trilogie um den Privatdetektiv “Fish” Pescado. Ging es im ersten Teil zuerst um Cops und Bad Cops so holt er hier deutlich weiter und deutlich höher aus: Niemand weniger als dem Suid-Afrikanischen Präsidenten Zuma (einem durch und durch korruptem Egomanen) ist dieses Buch wohl insgeheim gewidmet.

    2014 geschrieben ist es inzwischen von der Wirklichkeit überholt worden: Im Februar 2018 wurde er vom ANC dann doch zum Rücktritt gezwungen. Ansonsten wäre das Buch sicher irgendwie wahr geworden.

    Um was geht es? Es geht um Politiker die Morden lassen, Politiker die ihr Land ausplündern (in Suid-Afrika und woanders auf dem Kontinent) und um die Geheimdienste, die entweder ein eigenes (einträgliches) Süppchen kochen oder aber gnadenlos der Macht helfen. Und dabei zu Mördern werden. Und dann natürlich zu Opfern.

    Schnell, hart und immer sehr realistisch. Selbst der irgendwie komische Ausflug nach Berlin und die Liebesgeschichte aus der Vor-Apartheid Zeit hat einen realen Bezug.

    Ich mag die Bücher von Mike Nicol: Es sind große Geschichten vor einem echtem und großen Hintergrund. Und verdammt politisch. Suid-Afrika ist ein Traum von einem Land und offensichtlich ein Albtraum von einer Gesellschaft, die sich nie vom Apartheid-System erholt hat.

    Soundtrack dazu: TCIYF – FemaleTrator, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.311

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.311

    Roland Spranger - Tiefenscharf (Polar Verlag, 2018)
    Roland Spranger – Tiefenscharf (Polar Verlag, 2018)

    Gelesen: 29. – 31.03.2018, netto 277 Seiten

    Sucht. Sucht nach Ruhm, Sucht nach Drogen, Sucht nach Bedeutung. Sucht nach Geld. Sucht nach Glück. Und was gibt es im tiefen Osten? Meth, Crystal Meth. Und You Tube statt kompetenter Videojournalismus.

    Großartiges Sittengemälde aus einer Ecke Deutschland die sowas von weit weg ist und sowas von Kacke zu sein scheint: Nazis die Strohdoof sind, Nazis die mit Drogen dealen, Türsteher die Nazis verdreschen und Videojournalisten die ihren Job verlieren.

    Und da tief im Osten, in diesen kleinen Orten sowieso jeder jeden kennt kreuzen sich die Linien ziemlich bald. Aber Hoffnung entsteht daraus nicht – nur Blut, Tod und Elend. Und Wut. Viel Wut. Kalt, ohne viele Worte und mit perfekter lakonischer Gewalt erzählt Roland Spranger eine Geschichte die so wahr klingt das sie einfach wahr sein muss.

    Großartiger deutscher Noir-Krimi!

    Soundtrack dazu: Hysterese – Three Wise Monkeys, was sonst?

     

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.310

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.310

    Roger Smith - Mann am Boden (Tropen, 2018)
    Roger Smith – Mann am Boden (Tropen, 2018)

    Gelesen: 23. – 28.03.2018, netto 312 Seiten

    Roger Smith kommt ja aus Zuid-Afrika und hat das Land inzwischen in Richtung Thailand verlassen.  Das gleiche hat der “Held” in diesem Buch auch gemacht, er hat ZA in Richtung US of A verlassen.

    Und dort lebt er als glücklicher Geschäftsmann mit seiner Frau und seiner Tochter. Klasse. Aber dann wird seine Familie brutal überfallen. Und fortan wird das Buch nicht nur zum blutigen Splattermovie sondern auch zu einem, bei dem Opfer Täter sind und nicht mehr so zu sein scheint, wie es ist.

    Großartig in Szene gesetzt, mit Rückblenden nach Zuid-Afrika, und immer schön an der Grenze des Ertragbaren bzw. des guten Geschmacks. Aber Drogen, Dealen, Korruption und Machtmissbrauch sind keine Dinge die schön zu reden sind sondern die am besten so serviert werden wie sie in Wirklichkeit passieren: Schlecht für die auf der falschen Seite, tödlich für die, die nichts haben und im Zweifel auch schlecht für die auf der richtigen Seite – wenn sie denn nicht oben in der Nahrungskette sind.

    Herrlich brutal, herrlich blutig. Eine wahre Pracht. Und ein überraschendes Ende (denn es ist lange nicht klar wer am Leben bleibt) – ich liebe es wenn Helden mitten im Film/Buch einfach mal sterben.

    Soundtrack dazu: Yard Trauma – Cry a little longer, was sonst?