Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: 1.861

    Bücher, schnell gelesen: 1.861

    Tony Hillerman – Knochenmann (Unionsverlag, 2026)

    Gelesen: 16. – 19.09.2026 (netto 242 Seiten)

    Aus dem Englischen von Fried Eickhoff.

    Knochenmann folgt direkt auf Geheime Kanäle und alles was ich da vermisst habe ist wieder da, plus Jim und Bernie … wollen heiraten.

    Tony Hillermann hat hier mal wieder einen coolen Kniff rausgeholt um die Geschichte auf die Spur zu bringen: 1956 kollidierten zwei Passagierflugzeuge über dem Grand Canyon, es regnete Gepäck, Leichen und Trümmerteile.

    Tony packt einen Geschäftsmann mit einem an die Hand gekettetem Beutel Diamanten an Bord eines der Flieger … und lässt diese Diamanten Jahre später wieder auftauchen.

    Der Plot ist spannend, Jim Chee und Joe Leaphorn (der die Story irgendwie erzählt) müssen einen jungen Hopi davor bewahren wegen einem Diamanten in den Knast zu kommen und haben als Gegenpol einen ziemlich bösen Anwalt, der verhindern will das eine Erbin des Geschäftsmannes mit den Diamanten an DNA Material kommt.

    Das ganze endet natürlich im Canyon mit einem Showdown, mit ordentlich Leichen und mit einer weiteren Lektion in Hopi-Geschichte.

    Wie gesagt, spannender als das vorherige Buch aber irgendwie auch das Ende der Story: Dieses ist das vorletzte Buch aus der Serie und so ein büschen fühlt sich das an als ob die Story so langsam ausläuft.

    Ich mag das Setting trotzdem und werde aus quasi aus #bookcollector Gründen alles lesen.

    Soundtrack dazu: The Flesh Eaters – Lost Diamonds, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.860

    Bücher, schnell gelesen: 1.860

    Tony Hillerman – Geheime Kanäle (Unionsverlag, 2026)

    Gelesen: 12. – 15.09.2026 (netto 262 Seiten)

    Aus dem Englischen von Fried Eickhoff.

    Ein etwas anderer Hillerman. Klar sind Jim Chee und Joe Leaphorn voll dabei, aber Geheime Kanäle ist kein klassischer Navajo-Krimi.

    Es geht im Grunde um einen Bösewicht (aus Washington, gut vernetzt), der auf Indianergebiet Unheil stiftet. Und für eine Leiche sorgt.

    Dabei ist das Verbrechen nicht einmal ein Rätsel, da dem Leser von Anfang an klar ist, wer was aus welchem ​​Grund getan hat. Insofern fühlt sich das Buch ziemlich anderes an, Tony Hillerman greift hier auf das erzählerische Mittel des Perspektivwechsels zwischen den Bösen und den Guten zurück.

    Jim Chee und Bernie Manuelito sind irgendwie nur Staffage (während Joe Leaphorn im Hintergrund bleibt) und ihre bloße Anwesenheit dient lediglich dazu, ihr persönliches Beziehungsdrama aufzulösen (Heirat, here we go!) und um die Geschichte überhaupt in Grenzregion zu Mexiko zu bekommen (wohin Bernie in den Job als Customs & Border Agent geflohen ist).

    Und nur weil die Story da spielt, passt auch Drogenschmuggel etc. dazu.

    Das das ganze dennoch leidlich spannend und flott zu lesen ist, das zeigt die Qualität von Tony Hillerman als Erzähler.

    Mir fehlt dennoch alles, was als Navajo Kultur und Landschaft die bisherigen Bücher prägt.

    Aber schön das Jim und Bernie jetzt ein Paar sind.

    Soundtrack dazu: The Freeze – Pig Hunt, was sonst?

    PS: Der deutsche Titel Geheime Kanäle ist irgendwie cooler als das englische Original The Sinistre Pig.

  • Bücher, schnell gelesen: 1.859

    Bücher, schnell gelesen: 1.859

    Akira Otani – Die Yakuza Prinzessin (Suhrkamp, 2026)

    Gelesen: 10. – 11.09.2026 (netto 168 Seiten)

    Aus dem Japanischen von Katja Busson. 

    Shindo lebt Anfang der 1980er Jahre allein in Tokio und arbeitet als Fahrerin für ein Blumengeschäft, wo sie Auslieferungen übernimmt.

    Sie wuchs bei ihren Großeltern in den Wäldern Hokkaidos auf, dort brachte ihr der Großvater – ein Waldarbeiter – das Kämpfen bei. Und der brachte ihr bei, das Kampftechnik der Tod eines Kämpfers ist. Es gewinnt immer schiere brachiale Gewalt.

    Zehn Jahre später ist sie körperlich in Bestform, abgesehen von einer Vorliebe für Gewalt, der sie beim geringsten Anlass mit voller Lust freien Lauf lässt, pflegt sie keine Hobbys.

    Und diese Lust bringt sie in die Hände einer Yakuza Gruppe, sie haut zwar einen Großteil der Jungs weg aber wird trotzdem einkassiert.

    Und bekommt die Wahl: Gefoltert und getötet werden oder den Beschützer, Chauffeur und Laufburschen (Frauen mit Aufgaben kennen die Yakuza nicht) für die Tochter des Bosses geben.

    Ohne Wahl nimmt sie den Job an und …

    Bei so einem schmalen Buch werde ich nicht mehr verraten, außer das es auf diesen wenigen Seite mehr Atmosphäre schafft als wie ein Buch von doppeltem Umfang. Eine handwerklich meisterhafte Kurzgeschichte, leicht verlängert.

    Akira Otani wagt es, unterhaltsam und bisweilen urkomisch zu sein, ohne dabei an Feingefühl und Mitgefühl einzubüßen. Selbst die schlimmsten Bösewichte sind mehrdimensional gezeichnet: als Menschen verabscheuungswürdig, doch eben Menschen.

    Auch wenn das Buch männliche Gewalt, manipulatives Verhalten und sexuelle Übergriffe schonungslos schildert, liegt der Schwerpunkt vor allem darauf, wie solche Grenzüberschreitungen den Opfern ihre Handlungsmacht rauben – und schließlich darauf, was geschieht, wenn sich die Opfer die Macht zurückerobern.

    Brutal, lakonisch und großartige Entschuldigungen: Als Entschuldigung für einen Vergewaltigungsversuch an ihr bekommt Shindo 4 abgeschnittene Penisse überreicht.

    Wer sagt da schon nein?

    Das Ende kommt überraschend und treibt dann doch den Wunsch das die Autorin nochmal ca. 60 Seiten investiert hätte.

    Dennoch ein großartiges Buch, kommt auf die Shortlist für das Buch des Jahres.

    Soundtrack dazu: Anger Flares – Ultra Violence, was sonst?

    PS: Das Original Cover ist natürlich um Längen besser als die Internationale Ausgabe…

    王谷 晶 – ババヤガの夜 (Ōtani Akira – Baba Yaga no Yoru)
    (Kawade Shobō Shinsha, 2020)