
Gelesen: 31.08. – 01.09.2026 (netto 302 Seiten. Nachauflage (2. Auflage) 2026 mit Vorwort von Frank Nowatzki)
Übersetzt aus dem Englischen von Angelika Müller.
Pulp Master 1, dank einer Nachauflage endlich mein. Alle anderen mir noch fehlenden Bände dieser wunderbaren Reihe muss ich mir jetzt aber auch nach-und-nach noch zusammenkaufen.
Das Buch ist ein perfekter Ken Bruen Roman aus dem Inspektor Brant und Chief Inspector James Roberts Panoptikum.
Oder aber Ken Bruen hat perfekt bei Derek Raymond abgekupfert.
In beiden Ecken gibt es wenig Hoffnung, viel gnadenlose Gewalt, sympathische Gangster und korrupte Cops. Und umgekehrt.
In Roter Nebel begleiten wir Gust, beinharter Gangster und Anfang der 1990er nach 10 Jahren im Knast wieder draußen, bei seinem letzten Gig. Eine einfache Sache, ein paar Blankopässe klauen und Cash kassieren. Und dann weg vom Fenster. Ruhestand.
Pustekuchen, er hat die Rechnung ohne die eigentlichen Auftraggeber gemacht:

Diese spielen das Motto voll aus, lassen sowohl Cops als auch Gust (und noch ne ganze Menge anderer Gestalten) im Regen stehen.
Denn die Pässe, die hatten einen ganz anderen Zweck: Sie dienten eigentlich dazu ein paar ex-Militärs aus der UdSSR zu locken, die auf dem Weltmarkt Waffen und ggf. auch Atomwaffen vermarkten wollen.
Und damit ist Gus ein einer Sache drin, in der er weder sein wollte noch aus der er sich je retten kann. Und das macht das Buch so ungemein spannend, den Gus – beinharter Junge – geht seinen Weg als Sieger bis zum bitteren Ende.
Auf ihn angesetzte Killer: Bringt er nonchalant um die Ecke (Cocktailspieß ins Ohr anyone?). Die Mörder seiner großen Liebe? Erwischt er. Der, der ihm den Pass-Deal verkauft hat? Überlebt es nicht.
Zwangsläufig allerdings steht er damit am Ende alleine da, auf einem Hochspannungsmast.

“Until the red fog rises” ist dann auch der unfassbar gut passende Originaltitel.
Geiler Scheiß, ordentlich lakonische Gewalt, Blut und fast ohne Ausnahme Menschen, die anderen Menschen … nichts gönnen.
Mehr davon, immer mehr!
Soundtrack dazu: Arial Salad – Leave me alone, was sonst?


