Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.139

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.139

    Richard Hell - I dreamed i was a very clean tramp (HarperCollins, 2013)
    Richard Hell – I dreamed i was a very clean tramp (HarperCollins, 2013)

    Gelesen: 17. – 25.11.2015, netto 287 Seiten.

    Und noch eine Biografie, aber eine der besseren. Vor allem sicher daher, dass Richard Hell aka Richard Meyers schreiben kann und daher ohne Ghostwriter auskommt.

    Was ist wichtig? Auch Richard Hell meint, das Malcom McLAren den Punk Look von ihm geklaut und den Sex Pistols verpasst hat. Damit ist diese wichtige historische Nummer dann endlich auch erledigt – und dieser Teil ist laaangweilig.

    Schöner ist, das Richard Hell ganz offen über “die” Szene in NYC von 1973 bis 1977 spricht und den Anfang von dem was wir jetzt alle als Punk kennen im Detail und aus erster Hand beschreibt. Ab 1977 wird das dann ehr dünn, da er sowohl Ehrgeiz als auch Inspiration an die Drogen verloren hat – ab da wird die Geschichte einseitig und handelt nur noch von Drogen und den Frauen, die er entweder damit rumgekriegt hat oder die ihm Drogen besorgt haben.

    Am Ende wird klar das er kein Held ist sondern ein Verlorener auf der Suche. Und auf der Suche nach Sex und/oder Liebe (wird nicht so richtig klar). Ein ziemlicher Womanizer. Und natürlich ein Looser was den Erfolg als Musiker angeht: Zum bequem als Hero in NYC mit bestem Zugang zu den Drogen als auf Tour zu gehen und damit Geld zu verdienen.

    Neues als Poet, Musiker, Drogennutzer, Journalist etc wird angefangen und schnell wieder beendet. Das Buch endet exakt 1984 – er lässt das Musik Business (und die Drogen) hinter sich und wird Autor. Und davon lebt er noch heute. Und das sicher besser als früher.

    Ein schönes Buch, ehrlich und sehr direkt. Und vervollständigt mein Wissen darüber, wie sich die ganze Nummer “Punk Rock” denn nun entwickelt hat. Lesenswert (aber in Englisch).

    Soundtrack dazu: None.

    1983 – schön kaputt:

    2013 – schön geredet:

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.138

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.138

    Adam Sternbergh - Feindesland (Heyne Hardcore, 2015)
    Adam Sternbergh – Feindesland (Heyne Hardcore, 2015)

    Gelesen: 16. – 20.11.2015, netto 356 Seiten.

    Endlich! Teil 2 der “Spademan Saga” und damit die Fortsetzung einer wirklich innovativen Reihe. Das ist schon ein einzigartiger Kosmos den Adam Sternbergh da in NYC hinbekommen hat – Post 9/11 und dann noch einen drauf. Dazu ein wenig Matrix und ein cooler Erzählstil.

    Im zweiten Teil bekommt Spademan einen neuen Killerauftrag und wie das so bei “hard boiled” Einzelgängern ist stellt er zu viele Fragen und macht sich zu viele Gedanken. Und schwups – ist er mittendrin in noch mehr Scheisse, noch mehr Morden und einem schlimmen verdacht: Terroristen haben einen weg gefunden in der Matrix zu morden. Das ganze garniert mit der notwendigen Dosis Sex&Crime und jede Menge blutiger Gewalt.

    Und obendrauf: Korrupte Politiker und Cops, die ethnische Minderheiten als Schlachtvieh missbrauchen.

    Ein kluges Buch über das was nach dem Terror kommt. Und die Antworten darauf sind einfach und vorhersehbar, insofern findet der eine oder andere das sicher langweilig. Aber dem ist nicht so!

    Soundtrack dazu: Warzone, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.137

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.137

    Philip Kerr - Der Winter Transfer (Tropen, 2015)
    Philip Kerr – Der Winter Transfer (Tropen, 2015)

    Gelesen: 13. – 15.11.2015, netto 416 Seiten.

    Das da noch keiner drauf gekommen ist – eigentlich unglaublich. Die englische Premier League ist doch geradezu ideal einen modernen Thriller zu unterfüttern, am besten noch mit aktuellem Anstrich.

    Von Philip Kerr habe ich die “Berlin” Serie gelesen, die spielt zur NS-Zeit und ist eigentlich ganz gut – aber konservativ. Hier haut er – bekennender Anhänger von Arsenal – einen ganz neuzeitlichen Krimi raus der alles hat was sich so in die Premiership reinlegen läßt: Bescheuerte Fußballer, egomanische Trainer, osteuropäische Präsidenten und korrupte Polizisten.

    Das ganze garniert mit einem sehr schön vertracktem Mord, einem cleveren Co-Trainer der schon mal im Knast war und viel viel Fußballhumor. Und ein wenig Sex. Wie gesagt, modern und flott und sehr sehr nah an der Wahrheit denke ich.

    Mehr davon!

    Soundtrack dazu: Booze & Glory, was sonst?

    PS: Warum auf dem Umschlagfoto La Bombonera abgebildet ist verstehe ich so garnicht – die steht in Buenos Aires und nicht in London. Das englische Original zeigt wenigstens das fiktive “Crown of Thorns” Stadion, waren die Lizenzgebühren dafür zu hoch? Schade – Chance verpasst!

    Philip Kerr - January Window (Head of Zeus, 2014)
    Philip Kerr – January Window (Head of Zeus, 2014)