Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.237

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.237

    Janis Otsiemi - Libreville (Polar Verlag, 2017)
    Janis Otsiemi – Libreville (Polar Verlag, 2017)

    Gelesen: 22. – 26.04.2017, netto 200 Seiten

    Hui, ein Krimi aus Afrika – genauer aus Gabun. Das ist dann doch einmal was anderes. Dazu viele Referenzen zu Könnern des Genres wie James Ellroy oder Chester Himes.

    Aber – leider – hält das Buch nicht alles was das Marketending hineinverspricht. Im Grunde ist das ganze wie eine True Crime Geschichte angelegt und erzählt uns das korrupte Leben in Gabun und zeigt die Ermittlungsarbeit der Polizisten. Was irgendwie fehlt ist Spannung und Tiefgang – ich habe mich ehr durch das Buch gequält als das ich es mit Freude verschlungen hätte.

    Schade – aufgrund des Lokalkolorits wäre da sicher mehr möglich gewesen.

    Soundtrack dazu: Siya Po’ossi X, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.236

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.236

    jJörg Juretzka - Tauchstation (Rotbuch, 2017)
    jJörg Juretzka – Tauchstation (Rotbuch, 2017)

    Gelesen: 19.04.2017 08:45 – 13:00, netto 262 Seiten

    Dank einer Flugverspätung bzw. Flugumleitung konnte ich das Buch relativ ungestört in einem Rutsch durchlesen, herrlich.

    Der dritte Teil der “T-Trilogie” (Taxibar, Trailerpark und jetzt Tauchstation) setzt den Problemen, die Anti-Held Kristof Kryszinski mit der Mafia aus Marseille hat, ein heftiges Ende. Eigentlich hatte er ja Glück, gilt er doch als tot und kann daher als Helfer von Europol Geiseln aus der Hand des IS befreien. Das sowas bei seinem Hang zur Gefahrensuche natürlich schief gehen muss war klar.

    Sein Job für Europol entpuppt sich als Bummerang und schon hat er die Chiens du Nord (aus Marseille) wieder an den Backen. Und zwar so richtig. Aber Kristof ist nicht allein, seine Stormfuckers (Rocker im Ruhestand als Meth Junkie, Harley Dealer oder anderen großartigen Berufen) feiern Wiederauferstehung und ledern in Marseille aber mal so richtig ab. Und, konsequent und logisch wie Kristof nun mal ist, das ganze hat erst ein Ende als alle Gegner … tot sind. Heftig. Heftig lustig.

    Schlicht und einfach die beste lustigste Hardboiled Krimi Serie aus Deutschland. Killer!

    Soundtrack dazu: Massilia Sound System, was sonst?

    PS: Die Realität ist exakt so wie im Buch beschrieben…

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.235

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.235

    Ryan Gattis - In den Strassen die Wut (Rowohlt Polaris, 2016)
    Ryan Gattis – In den Strassen die Wut (Rowohlt Polaris, 2016)

    Gelesen: 11. – 18.04.2017 netto 503 Seiten

    Ein Roman wie ein Tarantino-Film, ein Gewaltexzess, ein Experiment, ein Buch ohne Vorbild” schreibt der Klappentexter und gehört dafür ordentlich in die Mangel genommen – oder in Watts ausgesetzt. Typischer Marketending Bullshit.

    Ryan Gattis nimmt die Rodney King Riots von 1992 als Backdrop und lässt 17 Ich-Erzähler, von denen etliche ihr Leben verlieren, auftreten die einander sowas wie einen Staffelstab übergeben. Der Teil ist als Buch sogar gelungen, im TV oder Kino würde er sogar noch besser passen weil die Übergabe des Staffelstabes natürlich perfekt visualisiert werden könnte.

    Das Buch einfach klasse, ungefiltert und ohne Rücksicht auf den Leser geht es um die Anarchie der Gangs und die zerbrechliche Zivilisation in LA – und diese zerbricht nachdem die Polizei Rodney King zum Helden geknüppelt hatte. Und da sich die Polizei von LA in der Folge sehr rar machte konnten die Gangs völlig abdrehen: Alte Rechnungen einlösen, Waffen klauen und überhaupt alles … niederbrennen.

    Ein großartiges Buch das ein bildgewaltiges Kopfkino hervorzaubert. Wow!

    Soundtrack dazu: Rancid, was sonst?

    Und Ryan Gattis? War 1992 erst 14 Jahre alt und nicht in LA – aber hat es hinbekommen das Feeling voll rüberzubringen…