Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.347

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.347

    Gabriele Albers - Nordland (abacus Verlag, 2018)
    Gabriele Albers – Nordland (abacus Verlag, 2018)

    Gelesen: 26.09. – 08.10.2018, netto 652 Seiten

    Eine ziemlich dunkle Zukunftsvision für meine Heimatstadt. In 40 Jahren ist die BRD in sich zusammengefallen und die Hamburger Pfeffersäcke haben einen Nordstaat (“Nordland”) unter ihre Kontrolle gebracht. Dort herrschen sie nach gutdünken  und haben den gesamten Staat privatisiert.

    Sie haben sich auch Grund- und Boden unter den Nagel gerissen, wer nichts hat vegetiert in Armenvierteln dahin. Das ganze wird zum Krimi als einer der Herrscher (wunderbar “Birds” genannt) im Schanzenviertel ums Leben kommt und damit sowohl das Machtgefüge verschoben wird als auch die Hatz auf die, die nichts haben eröffnet wird.

    Der Kampf oben gegen unten ist detailliert und mit viel Lokalkolorit (und das ohne jeden Fehler!) beschrieben. Leider baut das ganze auf einer “Reiches Mädchen verliebt sich in Helden des Untergrundes” Storyline und das macht das etwas vorhersehbar. Ich hätte mir da mehr Härte gewünscht, mehr Kälte.

    Dennoch weit über 600 spannende Seiten weil es eben eine Vision eines Hamburgs der Zukunft beschreibt die nicht so weit weg ist: Alles was vorkommt ist heute so vorstellbar. Und das macht zurecht Angst.

    Soundtrack dazu: The Punkles – And your Bird can sing, was sonst?

    Trailer zum Buch:

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.346

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.346

    James Rayburn - Fake (Tropen, 2018)
    James Rayburn – Fake (Tropen, 2018)

    Gelesen: 21. –25.09.2018, netto 372 Seiten

    James Rayburn aka Roger Smith mit einem thematisch Top aktuellem Thriller, der sich wie ein Drehbuch für einen Hollywood Film liest.

    Die Geschichte selbst (wenn mann einige stark überzogene Figuren abzieht) klingt realistisch und politisch getriebene Lügen sind heute ja schon lange ein normales Verhalten. Und den US of A mit dem imbecile liar in seat traut man sowas sicher zu.

    Das Buch ist spannend ohne zu glänzen, einige Figuren sind allerdings zu plakativ (der CIA Agent aus dem Ruhestand, der UdSSR Spion der vor seinem Tod noch etwas gutes machen will, die Falle am Ende für den Bösewicht) und die Bösewichte sind mit “die bösen Waffenhändler im Hintergrund” definitiv viel zu einfach aufgesetzt.

    In den guten Momenten fast wie eine Elmore Leonard Geschichte, in den nicht so guten irgendwie … langweilig. Dennoch hat das Buch einen Vorteil: Roger Smith schreibt ohne überflüssige Worte, darum kann man das ganze dann doch gut lesen. Eine richtige Zündung im Kopfkino gab es trotzdem nicht.

    Soundtrack dazu: The Fake Boys – She calls me America, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.345

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.345

    Christopher Brookmyre - Wer anderen eine Bombe baut (Verlag Galiani Berlin, 2018)
    Christopher Brookmyre – Wer anderen eine Bombe baut (Verlag Galiani Berlin, 2018)

    Gelesen: 13. –20.09.2018, netto 495 Seiten

    Auf alle Fälle ein Heidenspass. Auf allen Ebenen. Und ein Autor der seinen Terror-Chef die folgenden Tarnnamen für seine Terror-Crew aussuchen lässt ist einfach großartig: Jones, Jones, Strummer, Matlock, Simonon, Headon, Lydon und Cook. Cool.

    Am besten ist das großartige Finale des Buches: Die absolut perfekten und unfehlbaren Terroristen werden in Dubh Ardrain von zwei Schulkindern aus einer Asi-Vorstadt, einem Lehrer und einer Polizistin ausgeschaltet.

    Das Buch ist ehr dick als dünn und das vor allem weil Christopher Brookmyre in jedem Absatz über viele Seiten abschweift: Kleine Facetten der Personen werden aufgenommen und unter das Mikroskop gelegt. Der Lehrer, eigentlich ein Held, ist ein Looser der nie erwachsen geworden ist. Der Terrorist, eigentlich ein Looser, ist ein Arschloch das keinen Erfolg als Indiemusiker hatte. Und am Ende jeden Absatzes kommt ein BAM!

    Vor allem über die Verachtung die Brookmyre der Indie Musik Szene in Glasgow und England en detail zukommen lässt ist zum schreien großartig.  Extrem lustiges Buch voller schwarzem Humor. Volles Lachpotential.

    Bitte verfilmen mit dem Team von Hot Fuzz!

    Soundtrack dazu:  The Hives – Hate to say i told you so?, was sonst? Oder doch Doughboys – Good Cop, Bad Cop?