Josephine Johnson – Ein Jahr In Der Natur (Die Andere Bibliothek, 2025)
Gelesen: 28. – 31.01.2026 (netto 236 Seiten)
Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell.
Ein kleines, feines und echt warmherziges Buch. Kein Crime, kein Noir und auch keine Reisebericht.
Nein, das einzige was sich hier bewegt ist die Zeit.
Josephine Johnson war eine Autorin mit dem “claim of fame” dafür, das sie 1935 im Alter von 24 den Pulitzer-Preis für Fiction gewonnen hat.
1969 hat sie dieses Buch geschrieben, es spielt auf der Farm die sie und ihr Mann im waldreichen Clermont County, Ohio, über die Jahre “verwildert” haben.
Interessiert, detailverliebt (wenn es um das Leben der Blattläuse und ihrer Endgegner, den Marienkäfern geht) und mit viel Poesie beobachtet sie den Wechsel der Jahreszeiten, der Tierwelt und … allem was damit zusammenhängt.
In Monatskapiteln (die im Register fein säuberlich alle Tiere auflisten) zeigt sie dem Leser was sie sieht.
Distanz und Nähe gehen Hand-in-Hand und das ganze ist echt schön zu lesen. Wer selbst einen Garten hat (hab ich!) und selbst gerne den Vögeln zuschaut (mach ich!) der findet sich hier ganz wunderbar zurecht.
Dazu kommen tolle Illustrationen von Andrea Wan und das ganze ist wirklich ein ganz wunderbares Buch über die Kraft der Natur.
Not much I’d rather do
Spend days watching with you
Our shit’s all in it’s place
Let’s find nature’s embrace
Let’s go watching
Let’s go watching
Not much I’d rather do
Spend days watching with you
Our shit’s all in it’s place
Let’s find nature’s embrace
Let’s go watching
Let’s go watching
Until we leave our heads
Until we wind up dead, let’s go watching
Not much I’d rather do
Spend days watching with you
Our shit’s all in it’s place
Let’s find nature’s embrace
Let’s go watching
Let’s go watching
Let’s go watching
Let’s go watching
Until we leave our heads
Until we wind up dead, lets go watching
#PS: Book Collectors are pretentious assholes – #1436 der nummerierten Erstausgabe!
Aus dem Englischen von der wunderbaren Conny Lösch (ein Qualitätsmerkmal).
Nach dem ersten Buch von Lavie Tidhar bat ich um mehr – hier ist “mehr”. Und, tja, die Qualität von Maror hat das nicht. Leider.
Das Buch beginnt mit dem Tod (dem Ende) und endet mit dem … Anfang. Dazwischen gibt es ein hin und her zwischen den Jahren und die Familiengeschichte von Ruth. Von 1945 bis 2009. Von Israel nach Amerika.
Vom Kampf gegen die Briten, vom Kampf gegen die Araber und vom Kampf darum, den Kibbuz aufzubauen und zu erhalten.
Eine Geschichte, die den Frauen nachspürt und ihnen eine Rolle im werden des modernen Israels gibt. Und dieses moderne Israel ist durchaus unter dem Druck von Gewalt, Korruption und, ja, Verbrechen entstanden. Und tapfere Frauen (Ruth ist vor den Nazis aus Ungarn nach Palestina geflüchtet) haben es mitgeformt.
Im Gegensatz zu Maror gibt es weniger Gewalt, aber wenn – dann ist sie brutal. Sei es die Gewalt von Gangstern oder die Gewalt der Israelischen Armee. Oder des Wiederstandes gegen die Briten.
Tatsächlich scheint der Antrieb immer wieder “alles für den Kibbuz” zu sein und dabei gehen die Kibbuzim auch mal eben über Gesetze hinweg. Oder killen.
So richtig gefesselt hat mich das Buch aber leider nicht, ich glaube das lag hauptsächlich an der fehlenden Chronologie.
Beide Bücher zusammen sind aber schon ein Brett, ich glaube es gibt da auch noch einen dritten Band. Ich werde ihn auf jeden Fall auch lesen.