Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: 1.815

    Bücher, schnell gelesen: 1.815

    Mercedes Rosende – Falsche Ursula (UT Metro, 2022)

    Gelesen: 09. – 11.02.2026 (netto 197 Seiten)

    Aus dem Spanischen von Peter Kultzen.

    Endlich konnte ich den Fehler ausmerzen und den ersten Band der Ursula-Reihe von Mercedes Rosende lesen.

    Irgendwie ist das doof, den die anderen Bücher haben natürlich Referenzen zurück, so das die Story keine wirkliche Überraschung mehr war.

    Der erste Band der Reihe fühlt sich daher mehr wie eine bedächtige Einführung an, allerdings bereits mit einigen humorigen Krachern. Allerdings ist die Schlagzahl nicht so hoch und der Wahnsinn dreht mit weniger Umdrehungen.

    Ist ja auch keine Wunder, Ursula hat ja noch nicht erkannt das sie mehr sein kann als eine dicke Tochter. Das sie mehr sein kann als zu hässlich, zu hungrig, zu einsam … ihr Leben entspricht überhaupt nicht ihren Wünschen.

    Ihre Schwester ist hübscher, ihre Nachbarin glücklicher, und wer kann schon ewig nur von Gemüsesuppe leben?

    Der mysteriöse Erpresseranruf, der sie erreicht und ihr mitteilt, dass ihr Mann entführt wurde und eine Million Lösegeld gefordert wird, befreit sie aus diesem Zustand.

    Der Haken: Ursula hat keinen Mann.

    Sie erkennt allerdings ihr Talent in Sachen Verbrechensaufklärung und nutzt die Verwechslung um so richtig (bauernschlau) zuzuschlagen.

    Einfach eine tolle Reihe, unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen.

    Soundtrack dazu: Autopsia – Mayoría Equivocada, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.814

    Bücher, schnell gelesen: 1.814

    Hannelore Cayre – Finger Ab (Ariadne Krimi, 2024)

    Gelesen: 05. – 08.02.2026 (netto 189 Seiten)

    Deutsch von Iris Konopik.

    Wow, eine spannende Fingerübung. Wie schlägt frau eigentlich den Bogen von heute (und dem Versuch illegal einen Swimmingpool zu bauen) zum Ausbruch aus dem Patriachat vor 35.000 Jahren?

    Ganz einfach sagt Hannelore Cayre und macht daraus einen Kirmi, der eben vor 35.000 Jahren spielt.

    Klingt vertrackt, ist es am Ende aber nicht. Das hier und das damals sind gut miteinander verwoben und die eigentliche Story findet ganz im damals statt. Und, bewusste und passende Entscheidung, die Menschen vor 35.000 Jahren sprechen unsere Sprache und heben damit die Geschichte zurück zu uns.

    Natürlich, wie immer bei Ariadne, geht es um eine weibliche Sichtweise. Hier um den Ausbruch einer Frau aus den archaischen Strukturen und einer viel zu kleinen Weltsicht. Und warum? Weil sie es kann. Weil sie es besser kann als die Männer.

    Eine wirklich schöne Story, bei Neal Stephenson wären es 800 Seiten geworden. Die Essenz aber, die kommt auch in weniger als 200 Seiten rüber.

    Soundtrack dazu: Les Thugs – Femme Fatale, was sonst?

    PS: Und Hannelore so?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.813

    Bücher, schnell gelesen: 1.813

    Doug Johnstone – Schwarze Herzen (Polar Verlag, 2025)

    Gelesen: 01. – 04.02.2026 (netto 323 Seiten)

    Aus dem schottischen Englisch von Jürgen Bürger.

    Eigentlich sollte die Skelf-Reihe von Doug Johnstone nur eine Trilogy bleiben. Zum Glück aber hat sich der Autor entschlossen die Reihe fortzuführen. Zu gut ist das Setting aus “Bestatterinen & Detektivinen” und zu cool stromern die 3 Generationen von weiblichen Skelfs durch Edinburgh.

    Jeder trauert anders. Fragt mal Jenny Skelf! In Einbalsamiert hat sie ihren gewalttätigen ex-Ehemann angezündet und aufs Meer hinaustreiben lassen. Und, ganz starke Frau, das ganze schnell hinter sich gelassen.

    Und nun?

    ( (c) 2025 Polar Verlag)

    Jenny ist definitiv durch den Wind, dito Danny, der durch die Skelfs seine Mutter beerdigen ließ und nicht glaubt das sein Vater tot ist. Und die Skelfs bittet das ganze zu untersuchen.

    Ebenso durch den Wind ist Udo, ein japanischer Gentlemen, der durch den Geist seiner Frau gequält wird. Die wurde durch die Skelfs beerdigt und ihr Geist verprügelt den alten Mann jede Nacht.

    Und Hannah, die hat eine durchgeknallte Stalkerin an den Backen. Deren Art zu trauern sehr anhänglich ist. Zu anhänglich.

    Und Jenny bekommt es mit der Familie ihres nunmehr toten ex-Gatten zu tun und der Polizei, denn die verkohlte Leiche ist aufgetaucht und … ist es Mord gewesen?

    Irgendwie braut sich da was zusammen, irgendwie wird es immer fieser und irgendwie bekommen die Skelfs das ganze nicht in den Griff.

    Quasi Atemlos hetzt die Story die Skelfs durch die Stadt. Als Gegenpol gibt es aber dazwischen ganz wunderbare Momente von Zerbrechen und Wiederaufbauen.

    Es ist ein Roman über Schmerz, Trauma und Trauer, aber auch wenn das düster und deprimierend klingt, trust me, das ist es nicht – er ist an einigen Stellen bitterböse komisch und zugleich still lebensbejahend.

    Den der Tod, der gehört dazu. Schon immer. Und er bleibt immer der Anfang.

    Großartig, ctd!

    Soundtrack dazu: Generation X – Too Personal, was sonst?

    PS: Perfekter book trailer!