
Gelesen: 06. – 11.04.2026 (netto 187 Seiten)
Aus dem Spanischen von Inka Marter.
Buenos Aires, Ende der 1990er. Finanzkrise. Den Porteña und Porteño geht es schlecht, in den armen Barrios nimmt das Elend und die Gewalt zu.
Gringo und sein Freund Chueco, beide Anfang 20, ahnen instinktiv das nur die Aufnahme in eine Gang ihnen eine Zukunft bieten kann. Von der Gesellschaft erwarten sie ehr nichts.
Der Leser darf die Jungs begleiten und natürlich läuft das ganze nicht immer Rund: Klar bekommen sie ein paar Deals hin, können Konkurrenten abziehen und einen auf Groß machen.
Aber Elend und Gewalt bleiben da und Gewalt erzeugt eben auch immer … Gegengewalt. Beide finden sich schnell in einem Bandenkrieg wieder, der nicht nur Menschen killt sondern auch die erste Liebe. Und Familien.
Und über jedem Boss steht noch ein Boss, immer ein büschen fieser.
Gringo ist ein wenig cleverer als sein Freund und überlebt, nur um in einen noch härteren Kampf zu geraten: An der Seite von Studenten gegen die Polizei.
Und das bleibt auch der Kern der Geschichte: Vorwärts geht es nur Kampf um Kampf. Und aus dem Elend geht es nicht raus. Aber die Gewalt, die zerstört. Immer.
Tolle Geschichte mit einer großartigen Sprache: Einfach, bildhaft, gewaltätig. Straßenjargon. Ungebildet.
Die argentinische Antwort auf Jess Mowrys Oakland Rap (erschienen 1993 bei Rowohlt, Original 1990 als “Rats in the trees“). Und das ist immerhin eines meiner Lieblingsbücher.
Ganz wunderbar!
Soundtrack dazu: Attaque 77 – San Fermin, was sonst?
