
Gelesen: 23. – 30.06.2026 (netto 295 Seiten)
Ups, ein Thriller laut Umschlag aber in Wirklichkeit ein ziemlich kluges Buch über das Sterben. Und was in so einem Fall eigentlich wirklich zählt. Über das Verneinen und Akzeptieren.
Und über das Loslassen.
Beifang ist eine Kriminalfall: Die Milliardärsfamilie Harman wurde in Davos vergiftet. 4 Tote. Unternehmer, Gattin, zwei Kinder. Und die exklusive Spitzenköchin, die bei den Harmans angestellt war, kommt mit dem Leben davon. Da aber auch sie Kontakt mit dem Gift hatte und das Gift sich als Polonium-210 herausstellt, hat sie nur noch ziemlich genau 5 Tage zu leben.
Lis Castrop ist die Köchin, liegt jetzt in einem Luxushospiz und will unbedingt herausfinden was passiert ist, bevor sie stirbt (eine Tatsache, die sie 4 Tage lang verneint). Betreut von der Krankenschwester Esme erzählt sie sich durch ihr Leben und sucht … nach dem Mörder. Oder der Mörderin.
Die unbedingte Tatsache, das die Heldin des Buches sterben wird, macht das ganze spannend. Wie weit kommt sie? Was aus der Vergangenheit spielt eine Rolle. Was wird in einer Zukunft ohne sie eine Rolle spielen?
Und neben dieser Suche erfährt der Leser dann noch ordentlich was über die Sterneküche, das Leben einer Milliardärsfamililie und ihres Wirkens (im guten wie im schlechten) und über Wahrheit, Zufall und Schuld. Und Liebe.
Und Champagner.

Am Anfang tat ich mich schwer, am Ende war es dann doch spannend und … eine sehr würdevolle Geschichte.
Weniger Krimi, mehr Lehrstunde über das Sterben. Und das werden wir alle.
Soundtrack dazu: Chin Chin – Dead Life, was sonst?
PS: Tax the rich!
