Da gibt es wenig zu sagen. Der KSC hatte sich die Taktik des FCSP genau angeschaut und perfekt drauf eingestellt. Ich denke mal St. Pauli hatte mehr Ballbesitz, der KSC hatte aber das bessere Spiel und den notwendigen Killerinstinkt. Zum X-ten mal seit einigen Jahren ging das Team ohne fliegende Fahnen zu Hause unter: Wenig aufbäumen, kein Plan B, keine Veränderung durch die (angenehm) frühen Wechsel. Puuhhhh – ist das Team etwa am Ende? In jedem Fall geht es jetzt NUR gegen den Abstieg. Auf gehts FCSP!
Ein bedächtiger Norwegenkrimi, der eine spannende Geschichte erzählt: Nach 17 Jahren wird ein Fall neu aufgerollt, da offensichtlich ein Beweismittel gegen den vermeintlichen Mörder gefälscht worden ist. Der damalige Chefermittler wird beurlaubt und versucht herauszubekommen, was damals falsch gelaufen ist. Die Story ist ok und das ganze fängt auch stark an: Detailliert wird die Polizeiarbeit beschrieben, feine Zweifel werden gesät und tatsächlich wurde der Fall manipuliert. Dazu eine zweite Erzählebene mit der Tochter des Chefermittlers.
Leider wird schnell klar das die beiden Erzählstränge miteinander verwoben sind und das es eigentlich ein Fall ist. Im Laufe des Buches wird es daher zunehmend langweilig und vorhersehbar, incl. der geschickt angelegten Auflösung – die jedoch jedem Harry Hole Kenner bekannt vorkommt. Schade – das fing sehr gut an!
Adrian McKinty – Die Sirenen von Belfast (Suhrkamp Nova, 2014)
Gelesen: 17. – 21.10.2014, netto 378 Seiten.
Ja, das passt. Der zweite Teil der Sean Duffy Trilogie fügt sich nahtlos an das erste Buch an. Jede Menge Referenzen an gute Musik (“…New York 1978, als ich für zwei Wochen bei meiner alten Freundin Gresha im West Village wohnte. Tolle Zeiten. Das war das New York der Ramones und des CBGB, von Serpico und Hundstage.“). und jede Menge Details zu den “Troubles”. Und, noch so eine augenzwinkernde Referenz, es gibt in diesem Buch auch ein PAL (Wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer sonder Douglas Adams…ein “Problem anderer Leute”). Da wird mir ganz wohlig ums Herz!
Der Plot ist spannend, der ganze Nordirlandbürgerkriegsmist wird exakt und genau gezeichnet und mittendrin ist ein einsamer Bulle, der als Katholik bei der Royal Ulster Constabulary sowieso an der falschen Stelle ist. Was im ersten Band (Der katholische Bulle) leise im Hintergrund anklingt wird hier ein großer Teil der Geschichte: Sean hat Liebeskummer (seine Freundin heut aus Nordirland ab), seine Frauengeschichten sind nichts halbes und nichts ganzes und Ärger (eigentlich mit jedem) zeiht er an bzw. verursacht er wie ein ganz Großer. Held.
Verwoben ist das ganze dann noch mit der unfassbaren Geschichte des DeLorean DMC-12, der wurde nämlich in Nordirland gebaut, in einer Fabrik die nur entstand weil die Regierung von Nordirland 100 Millionen Pfund dazugebuttert hat um Jobs zu schaffen (die restliche Industrie – vor allem Werften – waren schon lange den Bach runtergegangen). DeLorean ging aus vielen Gründen ebenfalls den Bach runter, einer davon ist die wahre Geschichte das DeLorean (der Besitzer und Namensgeber der Autofirma) wohl versucht hat mit Kokainhandel Geld für die Autoproduktion zu beschaffen. Völlig bizarr, aber ein perfekter Hintergrund für eine vielschichtige Krimigeschichte. Am Ende – ach, lest selbst. Ich will mehr!
Soundtrack dazu: Ruefrex, was sonst?
PS: Ich finde der deutsche Titel ist nicht passend (weil vieldeutig) und das Cover Bild passt daher nicht so richtig gut.
Adrian McKinty – I hear the sirens in the street (Serpent’s Tail, 2013)