David Gray – Kanakenblues (Pendragon Verlag, 2015)
Gelesen: 07. – 11.11.2017, netto 368 Seiten
Noch mehr hard-boiled aber diesmal aus Deutschland und in Hamburg (home, sweet home) angesiedelt. Und zwar das Hamburg von 1999, das ist fast schon historisch zu nennen. Aber auch passend, denn das Buch macht ordentlich Tempo, laut Klappentext “24 Stunden im Sog der Gewalt“- und das passt nur in einer Zeit wo es noch keine Handys gab und Polizeiarbeit “vor Ort” durchgeführt werden musste. Und dazu das rumgurken in der Stadt gehörte.
Zwei Handlungsfäden, einer so stark wie der andere: 4 Jungs haben ein junges Mädchen missbraucht und der Vater exekutiert die Rache – ohne zu wissen wen er da erledigt. Einer der Jungs ist aber der Sohn des Polizeipräsidenten und das bringt das ganze Gleichgewicht zwischen Politik, Polizei und den lokalen Gangstern durcheinander. Dazwischen der schwarze Kommissar Boyle, der nicht nur seinen Kollegen auf den Sack geht sondern auch selber kleine Schwingungen im Gleichgewicht zum Aufstieg (und eigenem Vorteil) nutzt.
Desillusionierend wie die Wirklichkeit und ein knallharter Parforceritt in Sachen Rache und persönlicher Vorteil. Und so knallen am Ende alle aufeinander – mit einem nicht ganz vorhersehbaren Ende. Sprachlich nicht ganz perfekt und mit einigen Schlenkern zuviel aber ansonsten richtig gut. Ließt sich wie ein perfektes Drehbuch für Nachtschicht mit Armin Rohde!
I guess i am a record collector but actually i tend to see myself somehow outside the norm: I am not searching for eg. completing a collection, i do not go to record fairs and i do not sell records (and rarely swap). But i do love to buy records (and that in my head is still vinyl) and most of my records i buy from bands after shows nowadays in contrast to records shops like Michelle, Konneckschen resp. Unterm Durchschnitt and Drugstore in the past.
I do know that i have some records considered rare, most by virtue of early enough birth, as i started buying records when i was 12 (my first ones where the blue and red Beatles Double-LPs) and never stopped. Only when i got myself into punk fucking rock in 1979 i swapped out all of the rock records (some i regret by now).
Nevertheless, every once in a while i get surprised. This time round a discussion on the Internet (damn internet, never forgets) zoomed in on “40 years of Never Mind The Bollocks” and on how rare the first 1.000 pressed in the UK are (11 songs only, no song listing on the back cover etc). So out of curiosity i went to my lovely record rack and checked my version.
And got surprised. Big time. I have one of the first 1.000 and i have one in a rare A1/B3 pressing (that is marking on the run-out matrix). Wow – how the hell got that over to Hamburg? I bought it in 1979 in a local chain store called Membran and back then just did not bother (though some friends later noted that it misses one song and the back cover did not have any track listing).
The Internet (damn internet, never forgets) tells me (and you, and if you are into it knee deep than you gotta dig Phil’s page!):
And here is my beauty thus, for €1.978 it could be yours if you are daft enough to send that amount of cash over.
Sex Pistols – Never Mind The Bollocks – Front Cover (Virgin Records, 1977)Sex Pistols – Never Mind The Bollocks – Back Cover (Virgin Records, 1977)
And it does look like this on the inside:
Sex Pistols – Never Mind The Bollocks – Side One (Virgin Records, 1977)Sex Pistols – Never Mind The Bollocks – Side Two (Virgin Records, 1977)
And the little secret is hidden here:
Sex Pistols – Never Mind The Bollocks – Run Out Groove Side A (Virgin Records, 1977)Sex Pistols – Never Mind The Bollocks – Run Out Groove Side B (Virgin Records, 1977)
And some useless collectors data points:
Sex Pistols – Never Mind The Bollocks – Dust Cover (Virgin Records, 1977)
See – it’s a special beauty but it ain’t one of me loveliest records!
Dave Zeltserman – small crimes (Pulp Master, 2017)
Gelesen: 04. – 06.11.2017, netto 332 Seiten
Ja, Dave Zeltserman hat mich gepackt. Das ist einfach wunderbarer hard-boiled shit voller lakonischer Gewalt. Und die Menschen sind böse. Und die in Uniform, die Guten … die sind nochmal so böse.
Joe Denton war einer von ihnen, korrupt und die Nase voller Koks. Und als der Staatsanwalt Beweise gegen ihn zusammengetragen hat latscht er bis unter die Haarspitzen voller Koks in sein Büro und fackelt die Beweise ab. Leider kommt der Staatsanwalt vorbei und Joe versucht ihn mit einem Brieföffner zu killen – voller Drogen verkackt er das aber und verunstaltet nur sein Gesicht und vergisst ihn zu killen.
Seine ebenso korrupten Kollegen sorgen für ein mildes Urteil (7 Jahre) in einem ruhigen lokalem Gefängnis. Doch als seine Zeit um ist hat er nichts mehr: Frau und Töchter weg, Cop-Freunde weg und auch sonst … niemand mehr. Auch seine Eltern, die ihn zuerst aufnehmen, wollen nichts mit ihm zu tun haben.
Und die anderen Cops? Die wollen das er den Job nun zu ende bringt. Der Staatsanwalt ist nämlich dabei den lokalen Mafia-Boss, der mit Krebs den Tod erwartet, alle Geheimnisse zu entlocken.
Und damit geht es wieder bergab mit Joe – er hat jede Menge Feinde am Arsch die ihn entweder benutzen und begraben wollen. Oder beides, in Reihenfolge. Wunderbar gewalttätig übrigens. Und Joe zieht die zu erwartende Spur an Tod und Zerstörung hinter sich her, wer mit ihm zu tun hat stirbt. Disillusion Paradise!
Großartig, mit ordentlich Lokalkolorit und Geschwindigkeit, vielen kleinen Überraschungen und einem großartigem Finale: “Ich lachte auf der gesamten Fahrt in die Hölle.”