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  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.284

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.284

    James McClure - Gooseberry Fool (UT Metro, 2017)
    James McClure – Gooseberry Fool (UT Metro, 2017)

    Gelesen: 27. – 28.11.2017, netto 262 Seiten

    Und weiter geht es, diesmal thematisiert McClure aber sowas von Geschickt die Siedlungspolitik und wie im vorbeigehen noch die Sicherheitsorgane (mit dem coolen Namen BOSS (Buro vir Staatsveiligheid)).

    Ein toter Weißer wird dabei einem schwarzen Hausdiener untergeschoben und das trennt die beiden Partner Trompie Kramer und Zondi: Während Zondi sich auf den weiten Marsch in das Hinterland macht und damit die Siedlungspolitik bloßstellt, macht sich Kramer auf den Weg durch die nicht ganz sauber agierenden Institutionen.

    Dazu einen Schuss Kommunistenhass und die Angst der Staatssicherheit die Kontrolle zu verlieren – perfekt ist der Cocktail voller Verdächtigungen, internem Misstrauen und allen Zutaten die am Ende zum Untergang einer Diktatur führen.

    Einfach toll, wie es McClure in jedem seiner Fälle schafft einen spannenden Krimi mit Kritik an ganz einfachen Vorgängen im Apartheid-Staat zu verknüpfen.

    Soundtrack dazu: Powerage, was sonst?

     

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.283

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.283

    James McClure - Caterpillar Cop (UT Metro, 2017)
    James McClure – Caterpillar Cop (UT Metro, 2017)

    Gelesen: 24. – 27.11.2017, netto 279 Seiten

    Ich habe beschlossen in einem Rutsch alle James McClure Bücher bei UT Metro zu lesen, sozusagen ein tiefes Abtauchen in ein längst vergangenes Südafrika und damit in die Welt von Trompie Kramer und seinen Bantu-Sergeanten Zondi.

    Der Fall ist diesmal dramatisch aber dient auch wieder nur einer genüsslichen und detaillierten Schilderung des Lebens im Südafrika der 70er. Streng und gesittet ging es zu, obwohl sowohl die Jugend als auch Erwachsene gerne über die Strenge schlagen. Und der Staat hätte gerne Einfluss auf alles und scheut auch nicht davor zurück Kinder im Rahmen eines Detektiv-Clubs der Polizei zuzuarbeiten.

    Die Mischung aus tiefen persönlichen Einblicken vor allem in Trompie Kramer und der harten, schnellen und vollständig ohne Vorurteil durchgeführten Polizeiarbeit ist einfach perfekt.

    Und auch Trompie als auch sein Partner Zondi sind einfach perfekte Charaktere: Nach außen Teil der Apartheid, in der Aufklärung jedoch ohne Ansinnen von Rassenvorurteilen. Und obendrauf gibt es noch eine coole Wendung zur Auflösung, auch ich wurde da glatt aufs Glatteis geführt.

    Kein Wunder das der Apartheid-Staat diesen Journalisten und Author loswerden wollte!

    Soundtrack dazu: TCIYF (The Cum In Your Face), was sonst?

     

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.282

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.282

    John Niven - Alte Freunde (Heyne Hardcore, 2017)
    John Niven – Alte Freunde (Heyne Hardcore, 2017)

    Gelesen: 19. – 23.11.2017, netto 341 Seiten

    Am Anfang denkt man es wäre eine einfache “was wäre wenn” Geschichte und am Ende sitzt man staunend vor etwas ganz anderem.

    John Niven, hart und herzlich wie immer, hat eine neues Buch rausgehauen und diesmal seziert er das obere Ende der englischen Mittelschicht und ihre ewige Furcht etwas zu verlieren, abzustürzen und die Angst vor dem Pöbel. Und er zerstört die Freundschaftsbande, die viele durch Geburtsort oder Jugendzeit entstanden glauben.

    Alan hat aus seiner schottischen Heimat weit gebracht, eine Frau aus der Oberschicht geheiratet, 3 Kinder und ein großes Haus ausserhalb von London. Cooler Job, ordentlich Kohle – alles gut. Da trifft er auf einen Penner, der sich als sein alter Kumpel Craig zu erkennen gibt und mit dem es nach einer steilen Musikerkarriere so richtig bergab gegangen ist. Und will ihm helfen.

    Und von da an passieren zwei Dinge: Für Craig geht es bergauf, für Alan bergab. Zuerst subtil, dann ganz offen. Leider ist Niven der perfekte Kniff misslungen das exakt in der Mitte des Buches das ganze kippt – es ist leider erst im letzten Drittel. Aber egal, alle Albträume werden war und ganz kitschig landet Craig oben und Alan … obdachlos in der Gosse. Das leider vorhersehbare Hollywood Ende ist irgendwie daneben, da hätten härtere Bandagen aufs Parkett gehört.

    Dennoch eine großartige Sezierung des englischen Klassenmodels, mit ordentlich street credibility in Sachen Musik und ganz viel Bosheit.

    PS: Den Absatz wo Alan bei seinen Schwiegereltern eine Fäkalienexplosion im Landsitz auslöst bitte nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln lesen – selten hat ein Autor das so perfekt und detailliert hinbekommen. Ich habe Tränen gelacht!

    PS: Das englische Cover gefällt mir mal wieder besser!

    John Niven - No Good Deed (Random House, 2017)John Niven - No Good Deed (Random House, 2017)
    John Niven – No Good Deed (Random House, 2017)

    Soundtrack dazu: The Rabble, was sonst?

    Was sagt John selbst? Guck hier: