Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.175

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.175

    NOFX with Jeff Alulis - The Hapatitis Bathtub and other stories (Da Capo Press, 2016)
    NOFX with Jeff Alulis – The Hapatitis Bathtub and other stories (Da Capo Press, 2016)

    Gelesen: 16.05. 22:00 – 22.05.2016 23:59, netto 356 Seiten (in English, Deutsche Übersetzung noch nicht erschienen).

    NOFX waren schon immer die etwas andere Band. Am Anfang ihre Karriere grottenschlecht (und auf grottenschlechten Labels (Mystic Records) und spielten im Schnitt vor ca. 20 Leuten. In der Mitte haben sie dann irgendwie die Kurve gekriegt und sind wohl als einzige Band im Rahmen der Nirvana/Green Day Industrie Manie nicht zu einem Major gegangen sondern Independent geblieben.

    Und dann sind sie abgegangen wie eine Rakete, spielen heute auch mal vor 50.000 Leuten und hauen Platten raus wie nichts gutes. Dazu steckt Fat Mike jede Menge Arbeit und Geld in Fat Wreck Chords und haut da noch mehr Platten raus – viele davon tatsächlich gut. Von ihm hat man auch privates mitbekommen, zB sein Faible für S&M und das er das inzwischen offen auslebt.

    Und was macht diese Band noch anderes? In ihrer Biographie (genauso wie in den Backstage Passport DVDs) erzählen sie schlicht die Wahrheit und erzählen ihren Bandkameraden Geheimnisse, die Sie bisher für sich behalten haben. Und das sind keine coolen Dinge sondern eine detaillierte Beschreibung zB  Erik “Smelly” Sandin war Drummer und obdachloser 100% Heroin Junkie (mit allem was dazu gehört).

    Ihr wollt Stars werden? Ihr wollt wissen welche Probleme auf euch als Band auf Tour zukommen? Lest dieses Buch! Ihr wollt Kinder von den Drogen wegbringen? Lest dieses Buch! Und ihr Punker? Yes – fucking read it!

    Soundtrack dazu: The Simpletones – I like drugs!

    Weisheit aus dem Buch:

    NOFX with Jeff Alulis - The Hapatitis Bathtub and other stories (Da Capo Press, 2016)
    NOFX with Jeff Alulis – The Hapatitis Bathtub and other stories (Da Capo Press, 2016)

    Und der großartige Einstieg in das Buch von Fat Mike:

    NOFX with Jeff Alulis - The Hapatitis Bathtub and other stories (Da Capo Press, 2016)
    NOFX with Jeff Alulis – The Hapatitis Bathtub and other stories (Da Capo Press, 2016)

    Ich stelle mir dabei vor wie ein Leser in einem Buchladen das Buch anließt …vor allem in den US of A!

    PS: Wie die Faust aufs Auge passt das vor ein paar Tagen (Mitte Mai 2016) Fat Mike sich selbst in eine Detox Klinik eingecheckt hat.

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.174

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.174

    Joe R. Lansdale - Die Kälte im Juli (Heyne Hardcore, 2015)
    Joe R. Lansdale – Die Kälte im Juli (Heyne Hardcore, 2015)

    Gelesen: 12. – 16.05.2016, netto 240 Seiten plus Nachwort von Joe R. Lansdale.

    Ach, er kann es einfach. Cool, lakonisch und gewalttätig. Texas, voller Schießwütiger Bürger die ihr Eigentum verteidigen. Aber was passiert, wenn ein solcher Bürger einen Einbrecher erledigt hat?

    Er bekommt Lob von der Polizei, er bekommt Lob von den Bürgern und … er bekommt Zweifel. Richard Dane tötet einen Einbrecher und findet durch Zufall heraus das es garnicht der war, den die Polizei beerdigt.

    Was zuerst als “ein Mann sieht rot” beginnt und als ” ein Vater sieht rot” weitergeht das entpuppt sich am Ende als coole “wir zeigen es den Arschlöchern” Nummer von rechtschaffenen Bürgern (die dabei eine Spur der Gewalt hinter sich herziehen). Am Ende wird aus einem Einbrecher ein ganzer Laden vollen Toter – durch die Bank Arschlöcher die es verdient haben.

    Herrlich – lakonische Gewalt at it’s best. Kurz und prägnant – ein perfekter Road Movie und natürlich als solcher verfilmt:

    Soundtrack dazu: MDC, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.173

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.173

    Christof Meueler - Das Zick Zack Prinzip (Heyne Hardcore, 2016)
    Christof Meueler – Das Zick Zack Prinzip (Heyne Hardcore, 2016)

    Gelesen: 08. – 11.05.2016, netto 347 Seiten.

    OK, das ist dann Hamburg und ein großer Teil der Mu-sick Geschichte die ich in Hamburg miterlebt habe – allerdings als Konsument. Und als Konsument waren die Zick Zack Dinge bis 1982 spannend, dann ist der ganze Kram – wie im Buch auch richtig erkannt – von der Neuen Deutschen Industrie Welle hinweggefegt worden.

    Das Buch ist zu Anfang sehr spannend, weil es erzählt wo Alfred Hilsberg herkommt und wier es ihn nach Hamburg verschlagen hat (und wie es ihn zu Punk und “neuer Musik” gebracht hat). Dennoch ist ein spürbarer Bruch im Buch, in den ersten 2/3 ist ist detailliert und “nah dran”, danach ist es spürbar weiter weg und gibt zumindest mir nichts interessantes mehr (zumal auch die Musik die Alfred dort verlegt, managed oder was auch immer mich so gar nicht interessiert).

    Warum ist das so? In einem Interview mit der Zeit gibt Alfred die aus seiner Sicht einfache Erklärung:

    Alfred Hilsbert in Die Zeit ( (c) Zeit Online 2016)
    Alfred Hilsberg in Die Zeit ( (c) Zeit Online 2016)

    Das ist dann sicher nur ein Teil der Wahrheit, wahrscheinlich war ein solches Projekt mit Alfred eh nicht zu stemmen. Was bleibt? Ein Teil der “Magie” der Zick Zack Produkte und Konzerte vom Anfang der 80er wird schön zerbröselt, Hamburg’s Sauf- und Pöbelpunks und die “Nein Nein Nein” von den Buttocks werden erwähnt und der Spannungsbogen “Neue Musik” (statt Punk) wird gut erklärt. Dazu viele Orte die auch ich frequentiert habe (zB Der Goldene Stern der wunderbaren Kit Hu oder aber das Subito) und wo wir öfter – hinter der Hand – über Alfred und die Bande gelästert haben.

    Schön auch wie hart der Bruch mit der linken Politszene durch den Punk rüberkommt, das habe ich damals ähnlich empfunden.  Anderes Aussehen, andere Musik – und mann war der Feind.

    Alfred war ein Shaper, kein Finisher – und er wollte auch keinen Erfolg. Und ja, verkopft war er auch. Nevermind, er hat was angestossen – im guten wie im schlechten.

    Und er bleibt noch immer “up-to-date”: “Heutzutage verkaufen 80 Prozent der Künstler und Bands in diesem Bereich zwischen 100 und 300 Platten über den traditionellen Handel. Die meisten verkaufen heute mehr bei Konzerten.” -indeed, das ist oft wie Bands (Bar-) Geld generieren.

    Kein schlechtes Buch aber eben auch nicht “der Hammer”. Schade das wir die von Alfred gewünschte Kulturgeschichte wohl nie zu lesen bekommen werden.

    Soundtrack dazu: Geräusche für die 80er – was sonst?