Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.252

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.252

    Marlon James - Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Heyne Hardcore, 2016)
    Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Heyne Hardcore, 2016)

    Gelesen: 18.06.- 08.07.2018, netto 844 Seiten

    Wow – was für ein Monster. Ausgehend von einem echten Ereignis (dem Mordanschlag auf Bob Marley in 1976) skizziert Marlon James Jamaika, die Politik auf der Insel und natürlich die Gangster in Kingston. Und die Gangster sind auch Politiker, was sonst?

    Dabei geht er sowohl zurück in der Zeit um eine passende Vorgesichte zu weben als auch viel viel weiter in die 1990er und den Aufstieg von Crack und jamaikanischen Dealern in NYC.

    Großes Kino für das Kopfkino und immer mit einem feinen Gespür für die erzeugten Bilder, werden diese doch von unterschiedlichen “Ich-Erzählern” in unterschiedlicher Sprache erzählt. Dazu gehören auch Tote, die aus ihrem Leben erzählen.

    Ein wahnsinnig tolles Buch – voller Humor und brutalster Gewalt. Beiläufigen Morden. Echtem Gemetzel. So wie das Leben am Rande des Wohlstandes eben ist. Kein wirklicher Krimi aber ein Zeitstudie fast ohne gleichen.

    Ich lege das mal gaaaaanz doll ans Herz! Befeuert euer Kopfkino!

    Soundtrack dazu: Bob Marley and Punk, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.251

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.251

    Adrian McKinty - Rain Dogs (Suhrkamp Nova, 2017)
    Adrian McKinty – Rain Dogs (Suhrkamp Nova, 2017)

    Gelesen: 14. – 17.06.2017, netto 392 Seiten

    Der 5te Teil der Reihe um Detectiv Inspector Sean Duffy und wieder einer, in dem Adrian McKinty ganz hart am echten Leben schreibt: Die Stichworte sind Troubles (in Nord-Irland), Kindesmissbrauch (in den höchsten Kreisen incl. Referenz zu Jimmy Savile) und der um jeden Preis notwendige wirtschaftliche Aufschwung für Nord-Irland in den 80ern.

    Zuerst hat Duffy ein Déjà-vu: Wie in “Die verlorenen Schwestern” geschieht ein Mord in einem quasi verschlossenem Raum. Selbstmord also. Und dann nagende Zweifel. Und da Duffy einfach nicht loslassen kann guckt er immer genauer hin.

    Und was einfach losgeht wird ein internationaler Fall mit vielen Toten. Und alles vor dem Hintergrund von Kindesmissbrauch. Und Duffy hängt sich rein. Und dann noch ein büschen mehr … und bekommt das ganze auch auf die Reihe (aber nicht vor Gericht). Der dazu passende Cliffhänger ist so gelungen, dass ich ihn hier natürlich nicht verrate. Einfach nur sweet!

    Und coole Zitate? Nimm dieses:

    Adrian McKinty ( (c) Suhrkamp Verlag 2017)
    Adrian McKinty ( (c) Suhrkamp Verlag 2017)

    Es bleibt einfach geiler Scheiß! Kaufen!

    Soundtrack dazu: The Undertones, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.250

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.250

    Saul K. Padover - Lügendetektor (Die Andere Bibliothek, 2016)
    Saul K. Padover – Lügendetektor (Die Andere Bibliothek, 2016)

    Gelesen: 11. – 13.06.2017, netto 329 Seiten

    Geschichte wird durch Augenzeugen erst so richtig fühlbar. Wenn diese dann mit einem wachen Verstand und einem klaren Auftrag “vor Ort” gehen dann sind das die besten Bilder die es gibt.

    Saul K. Padover war ein Deutsch sprechender Amerikanischer Offizier aus der Abteilung “Psychologische Kriegsführung” und hatte eine Idee – warum nicht das Objekt der Kriegsführung direkt vor Ort aufsuchen und befragen? Als unbewaffneter Offizier kam er direkt mit den Fronttruppen nach Deutschland und führte endlose Gespräche mit allen Schichten der Bevölkerung  – vom Hardcore Nazi bis zum emeritierten Sozialisten.

    Das Buch ist einfach ein großartiger Quell an Bildern aus dem echten Leben, einem echten Krieg und aus einer Zeit in der “die Deutschen” zurecht unter die Räder gekommen sind.

    Die Wort für Wort wiedergegebenen Gespräche sind einfach der Hammer. Vor allem triefen die Deutschen vor Apathie (sind halt Kriegsmüde) und vor Selbstmitleid. Und irgendwie ahnen alle, dass da noch mehr kommt (“Juden”) und das es noch so richtig fies wird. Das schlimmste aber ist die Obrigkeitshörigkeit – der “Nazi” wird halt gegen den “Ami” getauscht und für die Amerikaner arbeitet mann dann halt so weiter. Unfassbar!

    Ich lege dieses Buch jedem ans Herz. Wenn ihr eine Bestätigung für den alten Spruch “No Gods, No Masters” braucht – hier findet ihr ihn!

    Kaufen! Lesen! Verschenken!

    Soundtrack dazu: Warsaw, was sonst?