Bücher, schnell gelesen: Teil 1.406

David Whish-Wilson - Die Gruben Von Perth (Suhrkamp, 2018)
David Whish-Wilson – Die Gruben Von Perth (Suhrkamp, 2018)

Gelesen: 22. – 26.08.2019, 313 Seiten.

Der zweite Teil Der Perth-Saga von David Whish-Wilson.  Frank Swann ist tatsächlich aus der Polizei rausgeflogen und hält sich nun, 3 Jahre später, als Privatdetektiv über Wasser.

Seine Gegner aus der korrupten Polizei- und Politikmafia sind immer noch hinter ihm her, fast genauso stark wie hinter dem Geld (das sie überall abschöpfen).

Das Perth von 1979 ist immer noch am Arsch, so wohl geographisch als auch musikalisch:

DWW vs. Busscocks ... ( (c) Suhrkamp 2018)
DWW vs. Buzzcocks … ( (c) Suhrkamp 2018)


Nein, Streetcredibility in Sachen Musik bekommt DWW nicht. Dafür aber jede Menge credibility für hard-boiled crime

Die Story wird vor allem dadurch spannend, weil der Leser bis zum Schluss glaubt zu ahnen wo die Reise der gierigen Gangster hingeht. Und prompt falsch liegt. Eine leidlich spannende und immer brutale Story bekommt am Ende einen ebenso überraschenden wie klugen Kniff.

Ich bin jetzt gespannt wie DWW die Trilogy zu Ende bringt – 1982? Und noch mehr Tote? Oder Swann zurück zur Polizei? Ich bin gespannt!

Soundtrack dazu: Creeping Jesus – Fools Gold, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.405

David Whish-Wilson - Die Ratten von Perth (Suhrkamp, 2017)
David Whish-Wilson – Die Ratten von Perth (Suhrkamp, 2017)

Gelesen: 17. – 21.08.2019, 291 Seiten.

Perth, Western Australia, 1975. Die einsamste Großstadt der Welt und das ganze in einem Staat der mit dem Rest von Australien nichts zu tun haben will, sondern wo weniger Männer das sagen haben und das Geld scheffeln wollen.

Ruby Devine liegt tot in ihrem Auto auf einem Golfplatz und die Polizei such … nach nichts. Liegt unter anderem daran, dass Ruby die Chefin eines Bordells war und Bordelle gibt es kraft Gesetz nicht. In der Realität gibt es sie schon und die Cops drücken nicht nur ein Auge zu (und manchmal die Knarre ab) sondern kassieren mit.

Superintendent Frank Swann mach da nicht mit. Er will nicht nur seine verschwundene Tochter finden sondern auch den Purple Circle, eine Gruppe korrupter Cops mit vollem Zugriff auf die Stadt, zerschlagen.

Das ganze ist ähnlich wie Ellroys „Die schwarze Dahlie“ eine wahre Geschichte:

Die Geschichte ist geschickt erzählt, hardboiled aber mit einem coolen Trick: Frank Swann schafft es dank seines Ranges zumindest eine Crown-Comission in Gang zu setzen, in der ein pensionierter Richter von außerhalb den Vorsitz hat. Dieser Strang erzählt geschickt, wir Korruption den Staat zerfrisst.

Der andere Strang ist der einsame Kämpfer, der am Ende selber Gewalt anwenden muss. Aber das hat er eigentlich auch als Polizist gemacht. Und alles verloren. Alkohol, Drogen, leichte Mädchen, korrupte Cops, korrupte Politiker und Gewalt. Extrem realistisch, extrem gut.

Ein großartiger Auftakt zu einer Perth-Trilogie!

Soundtrack dazu: The Critics – Obsolete, was sonst?

PS: Perth 1975 – guckt euch die Jungs an und ihr ahnt was das für eine Welt war…

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.404

Ross Thomas - Der Fall in Singapur (Alexamder Verlag, 2019)
Ross Thomas – Der Fall in Singapur (Alexamder Verlag, 2019)

Gelesen: 09. – 16.08.2019, 314 Seiten.

Das der Alexander Verlag alle Ross Thomas Bücher neu herausgibt ist schon eine feine Sache. Dazu gehört auch, dass eine solche Reihe vollständig ist. Ob es dann aber gleich ein marktschreiender Sticker „Ross Thomas‘ einziger Mafia-Roman“ auf der Vorderseite sein muss … das stelle ich mal in Frage.

Im Zuge seiner Recherchen für eine nie veröffentlichte Biografie über den amerikanischen Mafioso Joe Valachi lernte Ross Thomas nach Eigenaussage genug über die Mafia, um damit »sieben oder acht Romane« zu füllen. Entstanden ist schließlich The Singapore Wink.

Und, sorry Ross Thomas, der ist schon zuviel. Es ist ein typischer Ross Thomas Roman, mit einem Underdog als getriebenem Helden … aber es fehlt ein wenig der clevere Witz, die gelassene Brutalität und – vor allem – das feinfühlige Einbinden von Singapor und der asiatischen Mentalität.

Ross Thomas kennt sich in Washington DC aus, Singapor kommt hier nur als billige Kulisse rüber. Das Buch ist gut zu lesen, die Story ist ok aber ohne Überraschung und im ganzen ist das einfach nicht das Niveau, dass ich von Ross gewohnt bin. Aber zur vollständigen Sammlung gehört das schon.

Soundtrack dazu: Daily Ritual – Cold Store Operation, was sonst?

PS: Das original von 1969 hat ein sehr … sprechendes Cover. Mhhhh…

Ross Thomas - The Singapore Wink (Hodder and Stoughton, 1969)
Ross Thomas – The Singapore Wink (Hodder and Stoughton, 1969)