Bücher, schnell gelesen: Teil 1.373

Mick Herron - Slow Horses (Diogenes, 2018)
Mick Herron – Slow Horses (Diogenes, 2018)

Gelesen: 27.02. – 10.03.2019, netto 463 Seiten

Mein erster Gedanke war „… die Grundidee ist doch von Sophie Hénaff geklaut!“ und eben darum hab ich das Buch auch mitgenommen. Die Idee einer Truppe Abgeschobener beim dilettieren zuzuschauen ist eine smarte Idee und kann eine lustige Crimi-Story werden.

Hier sind es keine Polizisten sonder aus verschiedenen Gründen aussortierte MI5 Agenten, die in einem abgewarzten Bürogebäude sinnlosen Tätigkeiten nachgehen.

Teilweise äußerst sinnlos, da das eigentliche Ziel des MI5 ist sie in einen Eigenkündigung zu treiben. Die Charaktere werden dabei mehr lang & breit ausgearbeitet und das hebt in der ersten Hälfte des Buches die Geschwindigkeit ehr nicht so … langsam dümpelt die Story vor sich hin, nur ab und an blitzt eine lustige Offenbarung auf.

Dann aber nimmt die Geschichte Fahrt auf und das ganze wird zu einem leidlich spannenden Agentenhriller bzw. einer gelungenen Geschichte, wie die Geheimdienste mit Alternativen Fakten und Alternativen Szenarien die Öffentlichkeit in einen – ihnen Genehme – Meinungsecke treiben.

Dieser Teil ist smart, wenn auch für meinen Geschmack zu wenig auf den Punkt: Ein wenig Gewalt, ein wenig Witz – ich brauche davon etliches mehr!

Ein Ok’er Start in eine Serie – Teil 2 bekommt eine Chance, sonst ist das „raus“.

Soundtrack dazu: The Pigs – They shoot horses, don’t they?, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.372

Colin Dexter - Die schweigende Welt des Nicholas Quinn (UT Metro, 2018)
Colin Dexter – Die schweigende Welt des Nicholas Quinn (UT Metro, 2018)

Gelesen: 21. – 26.02.2019, netto 239 Seiten

Und der nächste Fall für Chief Inspector Morse – diesmal mehr ein Kammerspiel mit wenigen Personen und quasi „auf engstem Raum„.

Das ganze ist insofern spannend als das eine ganz einfache Ermittlung von Morse in seiner großartigen Art völlig an die Wand gefahren wird: Mit keinem Schritt kommt er der Lösung näher sondern wirbelt immer mehr andere Optionen auf.

Während der Leser immer mehr verwirrt ist kommt Colin Dexter dann mit einem ca. 20 seitigem „who dunit“ um die Ecke bei dem sehr schön jeder Denkfehler von Morse aufgezeigt wird.

Und das ist insofern spannend als das der Leser jetzt abhaken kann wo er aufgepasst hat und wo er nachlässig gelesen hatte. Und mitzählen wie viele Verbrechen und wie viele Verbrecher eigentlich in dem Stück vorkommen.

Feine Idee, fein Ausgeführt. Ansonsten zu wenig Blut, zu wenig Sex und zu wenig Gewalt (remember, es ist England 1977!).

Soundtrack dazu: Deaf Aids – Peep Show, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.371

Colin Dexter - Zuletzt gesehen in Kidlington (UT Metro, 2018)
Colin Dexter – Zuletzt gesehen in Kidlington (UT Metro, 2018)

Gelesen: 08. – 20.02.2019, netto 312 Seiten

Meine Lesegeschwindigkeit ist im Moment ehr so laaangsam, da passen die bedächtigen Romane von Colin Dexter ganz ausgezeichnet.

Inspector Morse ist eine ehr schräge Type, vor allem weil seine Ermittlungen ehr so aus dem Bauch heraus erfolgen und seine Schlüsse aus Ermittlungsergebnissen ehr nach dem Zufallsprinzip (oder nach der Anzahl der Pints in der Mittagspause) gezogen werden.

Er nennt das Intuition, seine Kollegen glauben das ehr mehr so einen an der Klatsche hat.

Ein alter Fall wird ihm zugeteilt, bei dem kurz vor der Aufklärung der ermittelnde Beamte in einem Autounfall verstorben ist. Also lose Enden und viele Befragungen mit Leuten, die schon einmal befragt wurden. Und im Grund wird der Fall so zweimal ermittelt – das ist schon mal ein lustiger Kniff.

Die bildhübsche Schülerin Valerie Taylor ist seit zwei Jahren verschwunden, ohne das es Hinweise gibt. Dann kommt ein Brief bei den Eltern an, der wohl von Valerie stammt. Und Morse nimmt die Spur wie ein Trüffelschwein mit verstopfter Nase auf … immer schön irrational und haarscharf an der Lösung vorbei.

Spannend gemacht und mit guten Cliff-Hängern. Auch die Charaktere sind schön gearbeitet, ein wunderbares Bild aus den 70er in England.

Soundtrack dazu: The Neurotics – The Mind of Valerie, was sonst?

PS: Das Buch hatte ich schon, die erste RoRoRo Fassung aus 1994 ist die in meiner Sammlung. Die Wiederauflage ist besser übersetzt und schöner gestaltet. Bei beiden passt aber die Übersetzung des Titel nicht wirklich, im Original ist das „Last seen wearing

Colin Dexter - ... wurde sie zuletzt gesehen (RoRoRo, 1994)
Colin Dexter – … wurde sie zuletzt gesehen (RoRoRo, 1994)