Bücher, schnell gelesen: Teil 883

Jack Ketchum - Beutegier (Heyne Hardcore, 2011)
Jack Ketchum - Beutegier (Heyne Hardcore, 2011)

Gelesen: 23.12. – 27.12.2011 (Zeit nicht genommen), netto 271 Seiten und 5 Seiten Nachwort.

Klasse Idee – das blutige Kanibalenepos „Beutezeit“ einfach noch einmal schreiben, 11 Jahre später, und das ganze als schlüssige Fortsetzung anlegen. Ohne „Reibungsverluste“ flutscht das ganze und ist auch leidlich spannend – allerdings hätte ich mir schon etwas mehr „Gore“ gewünscht. Die Geschichte selbst ist ein “ Déjà-vu„, sowohl im Rhythmus als auch in der Anlage der Story. Dazu diesmal ein passender „Cliffhanger“ – das hatte Jack in seinem Erstling schlicht und einfach vergessen.

Das ganze Epos wird durch „Beuterausch“ (engl. Original „The Woman“) 2011 abgeschlossen – der folgt auch hier. Schön das Heyne Hardcore versucht hat die 3 Bücher mit einer passenden Cover-Serie versehen hat, so richtig gelungen ist das aber nicht. Da wäre mehr gegangen!

Die Verfilmungen  von „Offspring“ und „The Woman“ gibt es schon, mehr schlecht als recht, und leider nicht als eine „Einheit“. Wobei „The Woman“ ein echter Knaller, nein, Schocker, ist. Selbst als Splatter gestälter Kino/VHS/DVD Fan mußte ich ein paar mal schlucken – und das war nicht bei den blutigen Szenen: Angucken!

Ich wünsche mir trotzdem immer noch das Rob Zombie sich aller 3 Bücher annimmt! Soundtrack: Saint Vitus!

Bücher, schnell gelesen: Teil 882

Jack Ketchum - Beutezeit (Heyne Hardcore, 2010)
Jack Ketchum - Beutezeit (Heyne Hardcore, 2010)

Gelesen: 16.12. – 23.12.2011 (Zeit nicht genommen), netto 269 Seiten und 9 Seiten Nachwort zur Neu-Edition von 1999.

Klasse, einfach Klasse. Ein großartiges Thema, lakonische Gewalt und eine nüchterne, naturgetreue Erzählung. Selten wurde Kannibalismus und Horror so trocken und cool miteinander verwoben.

Im ländlichen Maine, vor dem Hintergrund einer alten Legende, wird das unaussprechliche (= Menschen jagen Menschen einzig um zu überleben und da es die bevorzugte Nahrung ist) zur nüchternen Realität. Die Gründe dafür schön neblig aber durchaus elegant angerissen fokusiert sich das Buch auf genau 24 Stunden in denen sowohl für die Kannibalensippe als auch für die Urlauber alles den Bach runtergeht. Und, nettes Schmankerl am Rande, als die Polizei eingreift wird es alles noch schlimmer und – wie kann es anders sein – Unschuldige sterben als sie sich gerettet fühlen.

Ein echter Kracher, der 1980 nur entschärft auf den Markt kam und 1999 von Jack Ketchum (eigentlich: Dallas William Mayr) neu editiert wurde, der hoffentlich etwas verschärft verfilmt wird. Als Regisseur wünsche ich mit Rob Zombie, der Nachfolger „Beutegier“ (im englischen passen die Namen mal wieder besser „Offseason“ und „Offspring“ als Nachfolger) soll gleich mit in den Film! Bitte!

Nur etwas für Leute die wirklich abkönnen, wenn Dinge so beschrieben werden wie sie nunmal sind. Und wenn Menschen Menschen als Schlachtvieh halten, dann sind sie eben so wie, ja, also, Schlachter? Soundtrack dazu: Black Sabbath.

Bücher, schnell gelesen: Teil 880 und 881

Will Gibson - Quellcode & System Neustart (Klett-Cotta 2008 & 2011)
Will Gibson - Quellcode & System Neustart (Klett-Cotta 2008 & 2011)

Gelesen: 29.11. – 16.12.2011 (Zeit nicht genommen), netto 441 und 481 Seiten.

Mit „Mustererkennung“,  dem ersten Teil der Trilogie, wurde ich nicht so richtig warm, mit den beiden anderen Teilen ist das schon anders. Die Geschichte entwickelt sich weiter, bekommt Struktur und wird auch leidlich spannend – mit vielen Referenzen an die heutige Kultur (Internet, Musik, Kleidung und Marken) und einem ganz starken Ende: Wo „Quellcode“ noch eindimensional erzählt schafft es „System Neustart“ einen ganz großen Bogen zu schlagen und dabei Thriller Qualität zu erreichen. Dazu zwei gute Ideen: Zum einen zum Thema „Wie schaffe ich Marken“ und zum anderen die These „Die westliche Kleidungskultur wurde seit den 1950er Jahren am meisten durch das Militär geprägt“. Am Ende ist mir Milgrim äußerst sympatisch und in Fiona habe ich mich verliebt. Passt und durchaus fesselnd. Eine echte stärke von „System Neustart“ ist dabei die Detailverliebtheit – ohne zu nerven und mit einen scharfen Auge werden Dinge detailiert beschrieben die oft weggelassen werden. Hier machen sie die Story aber erst „rund“! Soundtrack: The Wipers!

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