Bücher, schnell gelesen: Teil 879

William Gibson - Mustererkennung (Klett-Cotta, 2003)
William Gibson - Mustererkennung (Klett-Cotta, 2003)

Gelesen: 23.11. – 29.11.2011 (Zeit nicht genommen), netto 451 Seiten.

Mein irischer Arbeitskollege Ian nervt mich seit langem mit William Gibson (wohl am besten bekannt durch „Neuromancer„) und zwar mit der lustigen Begründung ich würde ja ein alter Punk sein der immer Schwarz tragen und das würde zu William Gibson passen, der wäre nämlich „the „noir prophet“ of the cyberpunk subgenre„…hahaha!

Wenn es nicht wirklich einen Crime oder Thriller Background interessiert es mich meistens nicht -but nevermind, ich mag ja auch Neal Stephenson.  Also nehme ich mir jetzt mal die Trilogie „Mustererkennung / Quellcode / Systemneustart“ vor. Der erste Band ist eine spannende Geschichte, ohne aber dabei wirklich besonders ausgefallen oder clever zu sein. Wäre es ein Hollywood-Movie würde ich ihn im Cinemax gucken und schnell vergessen. Handwerklich gut, aber kein Hängenbleiber. Vieleicht ja im Context aller 3 Bücher aber so ehr „lala“. Soundtrack: Mega City Four.

Bücher, schnell gelesen, Double-Feature: Teil 877 und 878

Ken Bruen - Jack Taylor und der verlorene Sohn / Jack Taylor auf dem Kreuzweg (Atrium Verlag 2011)
Ken Bruen - Jack Taylor und der verlorene Sohn / Jack Taylor auf dem Kreuzweg (Atrium Verlag 2011)

Gelesen: 18.11. – 23.11.2011 (Zeit nicht genommen), netto 291 und 241 Seiten

Der 5te (sic!) und der 6te Band aus der großartigen Jack Taylor Reihe von Ken Bruen.

Was Ken Bruen so unendlich großartig macht ist „Helden“ tief tief im Elend zu erschaffen, Jack Tayler aus Galway ist sicherlich der elendste. Koks, Sprit und ein fettes Maß an Sarkasmus gepaart mit dem Elend derer die nix haben, nix bekommen werden und nicht dem Standard entsprechen sind ein großartiger Hintergrund für kleine Probleme, kleine Verbrechen die schnell einmal „groß“ werden. Es gibt kein besseres „Sittengemälde“ der irischen Gesellschaft als die Bücher von Ken.

Diesmal bietet die katholische Kirche (Mißbrauch von Jugendlichen) und eine fiese Rachegeschichte den Hintergrund für das Wühlen im Dreck. Einfach Klasse und in der von mir bevorzugten Art lakonisch in Sachen Gewalt, Tod und allem Bösen. Lesen! Soundtrack: The Mahones!

Bücher, schnell gelesen, Teil 876

Douglas Coupeland - Eine Marshall McLuhan Biographie (Tropen, 2011)
Douglas Coupeland - Eine Marshall McLuhan Biographie (Tropen, 2011)

Gelesen: 12.11. – 18.11.2011 (Zeit nicht genommen), netto 206 Seiten

Kein Krimi aber 2 Trigger: Einmal „Tropen“ und dann „Coupeland“. In der Reihenfolge. Spannend an diesem Buch sind 2, nein, 3 Dinge:

1. Der Typ der als „Urvater der Medientheorie“ gilt und in der kanadischen Einöde viel zitierte Definitionen wie „Das Medium ist die Botschaft“ und „Die Welt ist ein globales Dorf“ schuf war ein erzkonservativer, erzkatholischer Honk. Schön auch das Coupland einen präzisen Seitenblick  auf den „Stalin Nordamerikas“ Maurice Duplessis wirft – das ist eine Biographie die ich als nächstes lesen möchte!

2. Der Honk war ein großartiger „Mustererkenner“ und konnte reden wie ein Großer.

3. Die Form der Biographie ist großartig. Aufbau und Schrift sind eine permanente Referenz an McLuhan und großartig auch die präzise Theorie das das Gehirn von McLuhan anders war als „unseres“: Sein Gehirn wurde (bis zum desaströsen Schlaganfall) mit mehr Blut versorgt als bei einem „normalen“ Menschen.

Schönes Buch, aber nicht so sehr wg. McLuhan und seinen Theorien sondern wg. dem Bild das es von Kanada und Nordamerika in den 50ern/60ern des letzten Jahrhunderts zeichnet. Soundtrack: Shadowy Men on a Shadowy Planet