Bücher, schnell gelesen: Teil 956

Tony O'Neill - Sick City (Heyne Hardcore, 2012)
Tony O’Neill – Sick City (Heyne Hardcore, 2012)

Gelesen: 15. – 16.11.2012 (Zeit nicht genommen), netto 382 Seiten plus ein sechsseitige Kurzgeschichte.

Mehr „Pulp“ und mehr Drogen – Tony O’Neill, ein Engländer mit Musikvergangenheit (ach, googlet halt selbst) und einer wohl überwundenen ernsthaften Drogenvergangenheit schreibt Bücher die wohl alle so halb autobiographisch sind. Und voller glücklicher Elender Drogenwracks.

Ich habe selten eine so erfahrene Erzählung von Drogensucht und -glück gelesen. Die Protagonisten gehen sehenden Auges (und glücklich voller Drogen) den Bach runter, so wie es im wirklichen Lebe eben auch ist. Die Storyline hat alles was L.A. („The Sick City“) verspricht und hat einen ganz netten Hollywood-Babylon-Aufhänger.

Gut zu lesen und beste – weil ehrlichste – Drogenabschreckung. Klasse!

Soundtrack dazu: X – was sonst?

PS: Das Buch ist zuerst auf Deutsch in der Schweiz erschienen und in dieser Version bei Heyne Hardcore finden sich 2-3 Übersetzungsreste („am Fernsehen“ etc) – hätte das nicht besser in ein neutrales Deutsch übersetzt gehört? Zu wenig Sorgfalt sage ich!

Bücher, schnell gelesen: Teil 955

Roger Smith - Stiller Tod (Tropen, 2012)
Roger Smith – Stiller Tod (Tropen, 2012)

Gelesen: 13. – 15.11.2012 (Zeit nicht genommen), netto 373 Seiten.

Herrlich – zurück zur lakonischen Gewalt, zum Blut, zum Elend und zur Gewissheit das auch wir privilegierten immer nur einen Hauch (oder besser: eine Verfehlung) davon weg sind.

Roger Smith schreibt in Kapstadt und schreib in einer Umgebung die brutal, gewalttätig und grenzenlos Ungerecht ist – auch heute noch. Seine Bücher sind bösartige Monster die mit all ihrer ungeschönten Gewalt einfach großartig sind.

Stiller Tod hetzt durch das Leben und Sterben von einem reichen (na was, natürlich weissem) Ehepaar und ihrer Begegnung mit dem realen Leben. Der Preis dafür ist hoch und wird bezahlt. Von allen Beteiligten! Und wer kommz am Ende davon? Der mit dem Geld, wer sonst? Ein großartiges Buch, wahrlich nur für Leute die auch was abkönnen!

Soundtrack dazu: Dog Detachment, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 954

James Ellroy - Der Hilliker Fluch (Ullstein, 2012)
James Ellroy – Der Hilliker Fluch (Ullstein, 2012)

Gelesen: 12. – 13.11.2012 (Zeit nicht genommen), netto 243 Seiten.

Nachdem uns James Ellroy bereits 1997 an seiner Manie bezüglich seiner ermordeten Mutter teilnehmen ließ erklärt er uns jetzt, warum seine Mutter schuld daran ist das er Schuld daran ist das alle seine Beziehungen mit Frauen den Bach runter gingen.

Das einzig spannende daran für mich: Er ist kein Held, er ist ein normaler kranker Wahnsinniger. Und: Er erklärt warum der Schreibstil von seiner „Underworld U.S.A.“ Trilogie so wunderbar abgehackt und hektisch rüberkommt. Für diese Erklärung alleine Lesenswert – den Rest seiner (weitestgehend bekannten) Lebensbeichte interessiert mich nicht.

Soundtrack dazu: Seaweed, n sonst?