Bücher, schnell gelesen: Teil 907

Frank Schulz - Onno Viets und der Irre vom Kiez (Verlag Galiani Berlin, 2012)
Frank Schulz - Onno Viets und der Irre vom Kiez (Verlag Galiani Berlin, 2012)

Gelesen: 18. – 21.04.2012 (Zeit nicht genommen), netto 358 Seiten.

Herrlich. Einfach herrlich.  Surreal wie Jörg Juretzka’s Kristof Kryszinski Krimis (KKK), und als Held eine echte Lusche, ein Versager – ein Tischtennisspieler der sich, weil es grad nix besseres gibt, als Privatdetektiv versucht. Das ganze vor Hamburger Lokalkolorit („Ähnlichkeiten mit echten Personen und Fernsehsendungen sind rein zufällig„), der hier nicht verraten werden muss.

Dazu ist Schulz auch noch ein echter Wortschmied, der keine zufälligen oder langweiligen Sätze schmiedet, nein – seine Worte sind gut gewählt und bringen die Geschichte auf ein wirklich ungeahntes Niveau. Wortwitz nennt man das wohl.

Das ganze als Krimi zu betrachten ist zu einfach, es ist mehr eine durchgeknallte Geschichte rund um Castingshows, D-Promis, Looser und … Karma. Ganz viel Karma. Nur leider ereilt das Karma das eine oder andere Mal den Falschen. Und Onno Viets, der Looser und Hauptdarsteller, merkt gar nicht das er die Zündladung für das ganze Chaos ist. Cool.

Auch bemerkenswert: Der ständige Wechsel in der Erzählperspektive trägt einen gehörigen Teil dazu bei das es nicht nur spannend sondern auch „flott“ bleibt. Gut umgesetzt!

Soundtrack dazu: Bronx Boys!

Bücher, schnell gelesen: Teil 906

Eoin Colfer - Der Tod ist ein bleibender Schaden (List, 2012)
Eoin Colfer - Der Tod ist ein bleibender Schaden (List, 2012)

Gelesen: 16. – 17.04.2012 (Zeit nicht genommen), netto 271 Seiten.

Mhhhhh, spannend. Als bekennender „42“ (… natürlich „Per Anhalter durch die Galaxis„) Fan sollte ich Eoin eigentlich kennen, hat er doch den post-humen 6te Teil der Serie geschrieben. Aber als Krimi-Autor hatte ich ihn nicht auf dem Zettel, eiegtlich verdient er sein Geld mit der Fantasy-Serie „Artemis Foul„.

Aber dank eines kleinen Schubsers vom großartigen Ken Bruen hat er sich aber getraut – und was für eine großartige Geschichte ist dabei rausgekommen. So stell ich mir vor wenn Adrian McKinty und Ken Bruen zusammen ein Buch schreiben … perfekte brutale Unterhaltung!

DIe Geschichte ist echt flott und läßt einen nicht los. Einsamer Ire stellt sich als „Superman“ heraus und nimmt es „mit der Welt“ auf. Großartige Charaktere, skurrile Szenen und eine herrliche Lovestory zwischen „Gut“ und „Böse“. Diese Buch möchte ich unbedingt verfilmt sehen – was für eine Gaunerkomödie!

Soundtrack: One Man Army – was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 905

Moritz Volz - Unser Mann in London (Rohwolt, 2012)
Moritz Volz - Unser Mann in London (Rohwolt, 2012)

Gelesen: 13. – 15.04.2012 (Zeit nicht genommen), netto 244 Seiten.

Fußballbücher sind schön. Büchern von Fußballern sind auch schön. Am schönsten sind aber Bücher von Fußballern die „es“ nicht geschafft haben.

Moritz Volz, zur Zeit bei meinem ruhmreichen FC, ist so ein Fußballer. Mit 16 geht er als erster U18 Spieler aus DE nach England, in das Jugendinternat von Arsenal. Während in Deutschland noch immer kein richtiger Plan in Sachen „Jugend“ und „Geld verdienen (durch Verkauf von Talenten)“ besteht hat die Maschinerie in England schon eine hohe Drehzahl aufgenommen: Vorne möglich viele Talente rein, hinten ein paar Premiere-League Spieler und ein paar mehr Transfereinnahmen raus. Mittendrin: Moritz, aus dem beschaulichen Siegerland, als neugieriger und lernender Beobachter.

Dieses Buch nimmt zurecht alle Illusionen  am Profifußball im Mutterland und beschäftigt sich mit dem wesentlichen: In einem fremden Land und einer fremden Stadt mit fremder Sprache und Kultur aufzuwachsen, das färbt ab. Da ich ja auch beruflich seit Jahren immer wieder in London bin kann ich auch viele der – aus deutscher Sicht schrulligen – Dinge die Moritz so beobachtet hat nachvollziehen.

Am schönsten ist das Buch wenn es die Geheimnisse von Verträgen und Wechseln ganz nüchtern und lakonisch der Phantasie und dem Boulevard entreißt.

Soundtrack dazu: The Clash!