Bücher, schnell gelesen: Teil 1.314

Garry Disher - Rostmond (UT Metro, 2016)
Garry Disher – Rostmond (UT Metro, 2016)

Gelesen: 14. – 15.04.2018, netto 340 Seiten

Immer mal wieder passiert es – ich bekomme die Reihenfolge nicht hin. Leiser Tod ist das Buch das auf Rostmond folgt, aber ich habe es andersrum gelesen. Nevermind, nur ein Teil der Dinge die in Rostmond passieren sind dadurch bekannt und auch nur die, die das Zusammenspiel von Challis und seinen Kolleginnen betrifft.

Rostmond ist vor allem eines:  Eine Anklage. Eine Anklage gegen die mit dem Geld, die mit dem Sagen. Die, die ihre Kinder in teure Internate schicken, die den Lehrern mit Geld sagen was sie zu tun haben und die ihr protzigen Villen mit Meerblick ohne Rücksicht auf die Baugenehmigungen hochziehen. Und das der Kaplan eines dieser Internate übelst verhauen wird müssen Hal und seine Damen da tief einsteigen. Dazu ist die sonnige Halbinsel dann auch noch Ziel von der australischen Version von Spring Break, also hat die Polizei alle Hände voll zu tun.

Wir immer hat Garry Disher ein gutes Auge sowohl auf die Arbeit der Polizei als auch auf die Personen, die die Geschichte tragen. Und er schaft es im vorbeigehen noch eine cooles Déjà-vu unterzubringen. Denn was Männer Frauen antun, das können Frauen auch Männern antun. Und dann wird es lustig!

Einfach schön diese Bücher! Erstklassiges Krimimaterial bei dem das Kopfkino voll zündet.

Soundtrack dazu: The Lipstick Killers, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.313

Garry Disher - Leiser Tod (Unionsverlag, 2018)
Garry Disher – Leiser Tod (Unionsverlag, 2018)

Gelesen: 09. – 13.04.2018, netto 340 Seiten

Garry Dishers „Challis/Destry“ Reihe ist wirklich vom feinsten und kann in Leiser Tod sogar noch ein wenig mehr brillieren: Nicht nur das die alltägliche Arbeit der Polizei mit all ihren Problemen und betriebsbedingten Blindheiten (hier: wie geht eine übermakerte Truppe mit Opfern von Sexualverbrechen um) wird perfekt geschildert sondern auch noch das Wirken einer perfekten Gegenspielerin.

Sag Hallo zu Grace: Ein professionelle Einbrecherin mit einem Problem. Das Problem ist dabei nicht, dass sie einbricht (das macht sie perfekt vorbereitet) oder dass sie erwischt wird (damit kann sie perfekt umgehen) oder aber das sie spielsüchtig ist. Nein, ihr Problem ist das sie ein Niemand, ein Nichts ist. Keine Vergangenheit. Keine Spuren. Aber auch keine Familie und keine Erinnerungen.

Und dann schneiden sich die Linien von Grace und von Detektiv Challis. Und von da an wird das Buch schön mehrspurig und natürlich überkreuzen sie die Spuren auch – aber anders als der Leser denkt. Und am Ende? Da wird es fast schon ein wenig konstruiert (aber keine Sorge – ausreichend spannend).

Wohl das dichteste und vielschichtigste Buch der Reihe, einfach nur gut!

Soundtrack dazu:  La Femme – Give it up, was sonst?

 

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.286

James McClure - Sunday Hangman (UT Metro, 2017)
James McClure – Sunday Hangman (UT Metro, 2017)

Gelesen: 04. – 08.12.2017, netto 308 Seiten

Und der letzte Band des kurzen James McClure sprints – „Sunday Hangman“ ist anderes als die anderen Bücher keine Doppel-Geschichte sondern Trompie Kramer und Zondi verfolgen eine einzige Sache: Tote, die sich erhängt haben.

Und, wie es in den Bücher von McClure nunmal ist, es ist eine Geschichte über das größte Übel im Südafrika der Apartheid: Die Todesstrafe durch den Strick. Von allen Kramer & Zondi Büchern die ich bisher gelesen habe ist dieses das Beste: Subtiler kann die Todesstrafe nicht bloßgestellt werden.

Und dazu gibt es wieder eine klasse Kriminalstory, die tief im südafrikanischen Hinterland spielt und in der auch die Moral bzw. Unmoral ihren Platz hat. Und die zeigt, wie gut Polizisten zusammenarbeiten wenn sie keine Rassenschranken kennen.

En selfs dit kan belangrik wees, die leser is dan vertroud met die tegniese basiese beginsels om net soveel beter te hang. Kan ook … waardevol wees. Wanneer die rewolusie kom. Dus as ’n alternatief vir „… sit hulle teen ’n muur en skiet hulle“.

Spoiler - deutsche Übersetzung

Und, auch das kann mal wichtig sein, der Leser kennt sich danach mit den technischen Grundlagen des Aufhängens einfach so viel besser aus. Kann ja auch mal … wertvoll sein. Wenn die Revolution kommt. So als Alternative zu „… put ‚em up against a wall and shoot ‚em“.

[collapse]

Klasse Buch, vor allem wenn man daran denkt das es von 1977 ist!

Soundtrack dazu: D.I. – was sonst?

PS: Ich kaufe seit ewigen Zeiten, ich denke so ab 1990, Krimis. Und weil ich ein ordentlicher Mensch bin habe ich die auch halbwegs sortiert. Und so habe ich gerade festgestellt das ich 1994 und 1997 schonmal zwei James McClure Bücher gekauft und gelesen habe. Jetzt kann ich also mal die Übersetzungen vergleichen!

James McClure - Sunday Hagman & Caterpilar Cop (Rowohlt, 1994/1997)
James McClure – Sunday Hagman & Caterpilar Cop (Rowohlt, 1994/1997)