Bücher, schnell gelesen: Teil 1.259

Robert Brack - Die Toten von St. Pauli (Ullstein, 2016)
Robert Brack – Die Toten von St. Pauli (Ullstein, 2016)

Gelesen: 09. – 16.08.2017, netto 432 Seiten.

Leider habe ich Teil 2 zuerst gelesen, aber zum Glück ist die Vorgeschichte von Kriminal-Oberwachtmeister Weber in Die Morde von St. Pauli nur kurz angerissen – das Buch blieb ausreichend spannend.

Das Lokalkolorit des St. Pauli von 1920 kommt extrem gut rüber, das Leben in den engen und dreckigen Gasse und die Grenze zu Altona (wo die Hamburger Polizei nichts mehr zu sagen hat). Dazu eine ordentlich verzwickter Kriminalfall und eine Polizist voller Zweifel und ohne festes Ziel – außer dem Gefühl für Schuld und Unschuld. Und Schuldige, die sowohl bei den Behörden, der herrschenden Klasse also auch bei denen die nix haben zu finden sind.

Die Lösung ist spannend, ein aufmerksamer Leser kommt nach 2/3 so langsam hinter die Quintessenz der Geschichte. Gut. Trotz des Labels „Historienkrimi“.

Soundtrack dazu: Damals in St. Pauli, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.243

Robert Brack - Die Morde von St. Pauli (Ullstein, 2017)
Robert Brack – Die Morde von St. Pauli (Ullstein, 2017)

Gelesen: 16. – 22.05.2017, netto 421 Seiten

Robert Brack und Hamburg als Spielort eines Krimi ist ja quasi ein Qualitätsmerkmal, wobei die Serie um den Kriminalkommissar Alfred Weber im Hamburg der 1920er angesiedelt ist.

Mir passen solche historischen Romane ja eigentlich nicht so gut, hier jedoch wird die Story der Zeit gerecht langsam erzählt und die Personen verhalten sich durchaus … Zeitgerecht.

Ein Toter in einem reichen Haus, ein Toter auf St. Pauli. Und  Kommissar Weber ahnt das es einen Zusammenhang gibt – etwas das seine Vorgesetzten auf keinen Fall haben wollen. Dazu jede Menge verwirrender Neuheiten: Ein Automobil (das die Anreise zum Tatort beschleunigt), eine weibliche Kriminalpolizei (die auf keinen Fall Fälle übernehmen soll) und die Boheme – Kunst und Künstler.

Der Krimi ist spannend, die Beschreibung einer Zeit im Wandel stimmig und die Sprache dem Thema angepasst. Überraschend gut!

Soundtrack dazu: Live aus dem Michel (1927), was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.185

Jo Nesbø - Das Versteck (Ullstein, 2016)
Jo Nesbø – Das Versteck (Ullstein, 2016)

Gelesen: 15. – 17.07.2016 netto 244 Seiten.

Der zweite Band der „Blood on Snow“ Serie von Jo Nesbø und diesmal als entspannter Reisebericht in die Finnmark (also Nord-Norwegen) angelegt.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das „Blood on Snow“ von vornherein als ein paar kleine aber feine Drehbücher angelegt war: Das ganze ist weniger hektisch und komplex wie die Harry Hole Serie und viel einfacher zu verstehen. Und die Bücher sind in sich abgeschlossen (wenn auch zeitlich und durch handelnde Personen verbunden).

Ich kann nichts schlechtes erkennen: Großartige Landschaftsbilder, detaillierte Darstellungen der dort Ansässigen (Samen und durchgeknallte Christen), eine Portion verrückte Liebe und ausreichend Gewalt. Alles sehr kompakt. Passt – ist halt was anderes als Harry Hole!

Soundtrack dazu: Yum-Yums, was sonst?