Bücher, schnell gelesen: Teil 1.275

Jo Nesbø - Durst (Ullstein, 2017)
Jo Nesbø – Durst (Ullstein, 2017)

Gelesen: 16. –  21.10.2017, netto 620 Seiten

Nach den verschiedenen Seitenprojekten von Jo Nesbø ist endlich der 11te Harry Hole Roman da … und der geht ohne Startschwierigkeiten sofort in die Spur. Und eins ist über die Jahre klar geworden: Harry Hole ist tatsächlich ein Hardboiled-Cop und seine Fälle werden immer härter.

Diesmal wird er quasi aus dem Ruhestand zurückgeholt und er erkennt schnell, dass sein Gegner etwas ist das er schon kennt. Und das ist böse.

Das großartige an diesem Buch (das am meisten Spass bringt wenn man die anderen 10 Bücher kennt) ist, dass hier echter Polizeiarbeit zugeschaut werden kann: Statistiken helfen, Technik hilft und das der Täter Tinder benutzt um seine Opfer zu finden hilft auch High-Tech. Und, wie das eben so ist, ist eine Auskunft von einem App-Betreiber in den US of A verdammt schwer zu bekommen. Und was hilft noch: Abklappern. Ausschließen. Und kluge Korrelationen herstellen.

Dazu lösen sich noch ein paar lose Fäden aus den vorherigen Büchern auf, so dass es einfach ein fulminantes Comeback ist. Ach ja, blutig ist es auch!

Hast du Band 1-10 der Harry Hole Reihe durch? Dann kaufen. Ansonsten: Zurück auf Anfang!

Soundtrack dazu: Kvelertak – Blodtørst, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.259

Robert Brack - Die Toten von St. Pauli (Ullstein, 2016)
Robert Brack – Die Toten von St. Pauli (Ullstein, 2016)

Gelesen: 09. – 16.08.2017, netto 432 Seiten.

Leider habe ich Teil 2 zuerst gelesen, aber zum Glück ist die Vorgeschichte von Kriminal-Oberwachtmeister Weber in Die Morde von St. Pauli nur kurz angerissen – das Buch blieb ausreichend spannend.

Das Lokalkolorit des St. Pauli von 1920 kommt extrem gut rüber, das Leben in den engen und dreckigen Gasse und die Grenze zu Altona (wo die Hamburger Polizei nichts mehr zu sagen hat). Dazu eine ordentlich verzwickter Kriminalfall und eine Polizist voller Zweifel und ohne festes Ziel – außer dem Gefühl für Schuld und Unschuld. Und Schuldige, die sowohl bei den Behörden, der herrschenden Klasse also auch bei denen die nix haben zu finden sind.

Die Lösung ist spannend, ein aufmerksamer Leser kommt nach 2/3 so langsam hinter die Quintessenz der Geschichte. Gut. Trotz des Labels „Historienkrimi“.

Soundtrack dazu: Damals in St. Pauli, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.243

Robert Brack - Die Morde von St. Pauli (Ullstein, 2017)
Robert Brack – Die Morde von St. Pauli (Ullstein, 2017)

Gelesen: 16. – 22.05.2017, netto 421 Seiten

Robert Brack und Hamburg als Spielort eines Krimi ist ja quasi ein Qualitätsmerkmal, wobei die Serie um den Kriminalkommissar Alfred Weber im Hamburg der 1920er angesiedelt ist.

Mir passen solche historischen Romane ja eigentlich nicht so gut, hier jedoch wird die Story der Zeit gerecht langsam erzählt und die Personen verhalten sich durchaus … Zeitgerecht.

Ein Toter in einem reichen Haus, ein Toter auf St. Pauli. Und  Kommissar Weber ahnt das es einen Zusammenhang gibt – etwas das seine Vorgesetzten auf keinen Fall haben wollen. Dazu jede Menge verwirrender Neuheiten: Ein Automobil (das die Anreise zum Tatort beschleunigt), eine weibliche Kriminalpolizei (die auf keinen Fall Fälle übernehmen soll) und die Boheme – Kunst und Künstler.

Der Krimi ist spannend, die Beschreibung einer Zeit im Wandel stimmig und die Sprache dem Thema angepasst. Überraschend gut!

Soundtrack dazu: Live aus dem Michel (1927), was sonst?