Bücher, schnell gelesen: Teil 1.247

Apostolos Doxiadis - Des Menschen Wolf (Tropen, 2017)
Apostolos Doxiadis – Des Menschen Wolf (Tropen, 2017)

Gelesen: 03. – 05.06.2017, netto 313 Seiten

Das ist ein wunderbares Buch mit einer cleveren Erzählperspektive. Und einem wunderbar unaufgeregtem Erzählton.

Das Setting ist einfach: Aus versehen tötest du den Sohn eines Mafiabosses. Er wurde nur 42. Was macht der Mafiaboss? Er tötet nicht nur dich sonder veranlasst das deine 3 Söhne auch im Alter von 42 sterben werden. Und erzählt es dir, so dass du es deinen Söhnen erzählen kannst (und dann stirbst du).

Wie also damit umgehen, wenn es irgendwie im Raum steht das da evtl. einmal ein Killer auftaucht? Und was ist zu tun wenn dein ältester Bruder auf komische Art stirbt? Und der andere Bruder verschwindet? Abhauen?

Und, noch schlimmer, was ist wenn du der Mafia Vollstrecker bist der die 3 Söhne finden und umbringen musst? Weil, wenn du es nicht machst, wirst du sterben.

Großartig! Probleme hier, Probleme da und dazu spielt das ganze von 1920 bis 1974, das bietet viel Raum für Überraschungen.

Der wohl cleverste Rache-Thriller den ich je gelesen habe. Mit einem wenig überraschenden Ende aber … was wäre wenn?

Soundtrack dazu: CIV, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.215

Franz Dobler - Ein Schlag ins Gesicht (Tropen, 2016)
Franz Dobler – Ein Schlag ins Gesicht (Tropen, 2016)

Gelesen: 29. – 30.12.2016 netto 346 Seiten

Franz Dobler schreibt keine Krimis, Franz Dobler ist ein Schatzkästchen voller großartiger Zitate und Querverweise – diesmal auf die Tittenfilme der 70er, ihre Stars und das Leben eines ex-Bullen. Und nun Privatermittlers. Irgendwie.

Held Robert Fallner ist seinen Job los, seine große Liebe fickt woanders und er säuft immer noch (und bekommt im Suff nicht einmal was von den jungen Lesben in seinem Bett ab). Was er bekommt, ist der Auftrag das Stalking eines ehr abgehalfterten Filmstars aus der Lederhosen trifft Titten Zeit des deutschen Films zu klären.

Pech nur, wenn der Chef der eigene Bruder ist. Pech nur, wenn das mit dem klären nicht so klappt. Und doppelt Pech wenn das Problem sich als echtes Problem entpuppt. Sterben muss niemand, auf’s Maul gibt es kaum – Sex kommt vor ist aber nicht die Hauptsache.

Die Hauptsache ist die Sprache und die wird im Klappentext zurecht als „…maximal ungemütlich … hartgesotten und nicht jugendfrei“ angekündigt. Und das gibt es auch – eine auf’s Maul für den Leser! Cool!

Soundtrack dazu: Die Ärzte, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.207

Joe R. Lansdale - Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick (Tropen, 2016)
Joe R. Lansdale – Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick (Tropen, 2016)

Gelesen: 20. – 28.11.2016 netto 464 Seiten.

Joe R. Lansdale mit einer Story die manch einer vielleicht als „Django Unchained“ Version sieht, die aber in Wirklichkeit das Leben von Nat Love relativ frei (und im original Lansdale-Style) erzählt.

Das ganze ist also ein ehr lustiger Schelmenroman mit einem ernsten Hintergrund: Ein schwarzer Junge im „befreiten“ Süden der US of A muss erleben das ein schwarzer immer noch nichts wert ist und gerät in eine Endlosfehde mit dem weißen Mörder seiner Eltern.

Ausreichend brutal, schön lakonisch immer wieder wunderbar spitzbübisch – und dabei ein ganz kalter Blick auf eine Zeit voller Unrecht und voller Dreck, Elend und Tod. Und einer Zeit in der den Indianern mal so nebenbei der Rest gegeben wurde. Klassisch und eine perfekte Filmvorlage.

Mehr über Nat Love hier und seine echte Lebensgeschichte, von ihm selbst geschrieben:

Life and Adventures of Nat Love, Better Known in the Cattle Country as „Deadwood Dick,“ by Himself; a True History of Slavery Days, Life on the Great Cattle Ranges and on the Plains of the „Wild and Woolly“ West, Based on Facts, and Personal Experiences of the Author

Soundtrack dazu: Death, was sonst?

PS: Übersetzt von der wunderbaren Conny Lösch, ein Qualitätsmerkmal!