Bücher, schnell gelesen: Teil 1.215

Franz Dobler - Ein Schlag ins Gesicht (Tropen, 2016)
Franz Dobler – Ein Schlag ins Gesicht (Tropen, 2016)

Gelesen: 29. – 30.12.2016 netto 346 Seiten

Franz Dobler schreibt keine Krimis, Franz Dobler ist ein Schatzkästchen voller großartiger Zitate und Querverweise – diesmal auf die Tittenfilme der 70er, ihre Stars und das Leben eines ex-Bullen. Und nun Privatermittlers. Irgendwie.

Held Robert Fallner ist seinen Job los, seine große Liebe fickt woanders und er säuft immer noch (und bekommt im Suff nicht einmal was von den jungen Lesben in seinem Bett ab). Was er bekommt, ist der Auftrag das Stalking eines ehr abgehalfterten Filmstars aus der Lederhosen trifft Titten Zeit des deutschen Films zu klären.

Pech nur, wenn der Chef der eigene Bruder ist. Pech nur, wenn das mit dem klären nicht so klappt. Und doppelt Pech wenn das Problem sich als echtes Problem entpuppt. Sterben muss niemand, auf’s Maul gibt es kaum – Sex kommt vor ist aber nicht die Hauptsache.

Die Hauptsache ist die Sprache und die wird im Klappentext zurecht als „…maximal ungemütlich … hartgesotten und nicht jugendfrei“ angekündigt. Und das gibt es auch – eine auf’s Maul für den Leser! Cool!

Soundtrack dazu: Die Ärzte, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.207

Joe R. Lansdale - Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick (Tropen, 2016)
Joe R. Lansdale – Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick (Tropen, 2016)

Gelesen: 20. – 28.11.2016 netto 464 Seiten.

Joe R. Lansdale mit einer Story die manch einer vielleicht als „Django Unchained“ Version sieht, die aber in Wirklichkeit das Leben von Nat Love relativ frei (und im original Lansdale-Style) erzählt.

Das ganze ist also ein ehr lustiger Schelmenroman mit einem ernsten Hintergrund: Ein schwarzer Junge im „befreiten“ Süden der US of A muss erleben das ein schwarzer immer noch nichts wert ist und gerät in eine Endlosfehde mit dem weißen Mörder seiner Eltern.

Ausreichend brutal, schön lakonisch immer wieder wunderbar spitzbübisch – und dabei ein ganz kalter Blick auf eine Zeit voller Unrecht und voller Dreck, Elend und Tod. Und einer Zeit in der den Indianern mal so nebenbei der Rest gegeben wurde. Klassisch und eine perfekte Filmvorlage.

Mehr über Nat Love hier und seine echte Lebensgeschichte, von ihm selbst geschrieben:

Life and Adventures of Nat Love, Better Known in the Cattle Country as „Deadwood Dick,“ by Himself; a True History of Slavery Days, Life on the Great Cattle Ranges and on the Plains of the „Wild and Woolly“ West, Based on Facts, and Personal Experiences of the Author

Soundtrack dazu: Death, was sonst?

PS: Übersetzt von der wunderbaren Conny Lösch, ein Qualitätsmerkmal!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.203

Philip Kerr - Die Hand Gottes (Tropen, 2015)
Philip Kerr – Die Hand Gottes (Tropen, 2015)

Gelesen: 25. – 28.10.2016 netto 390 Seiten.

Mhhh, hat mich das erste Buch über den investigativen Trainer überrascht so muss ich gestehen das der Nachfolger ein wenig flach daherkommt.

Ich würde mal sagen „Fußball 80“ und „Crime 20“ oder so – der Fußballteil, incl. UEFA, FIFA und FA bashing ist gut gemacht und stimmig, der Crimeteil ehr ein wenig flach. Einzig der Backdrop „Griechenland in der Krise“ vermag dem ganzen noch ein wenig Farbe zu geben.

Schnell zu lesen, klar, aber das Kopfkino sprang nur bei den Fuballdingen an. Dazu gibt es zu wenig Brutalität und zu viel schlechten Sex. Nein, das war kein großer Wurf!

Soundtrack dazu: Barb Wire Dolls, was sonst?

PS: Das Cover ist diesmal kein Griff ins Klo …

Philip Kerr - Hand Of God
Philip Kerr – Hand Of God