Bücher, schnell gelesen: Teil 1.132

Jörg Juretzka - Trailerpark (Rotbuch, 2015)
Jörg Juretzka – Trailerpark (Rotbuch, 2015)

Gelesen: 23. – 25.10.2015, netto 216 Seiten.

Das ist einfach geiler Scheiß! In seinem 12ten Fall legt Kristof Kryszinski (der ex-Privatdetektiv aus dem Ruhrpott) noch eine Schippe drauf.

Trailerpark“ ist die nahtlose Fortsetzung von „Taxibar“ und eine nahtlose Erweiterung des nunmehr internationalen Horizonts. Am Ende vom 11ten Fall war Kristof in Frankreich in der Klemme – hier erfahren wir in einer parallel erzählten Geschichte wie er sich daraus gerettet hat und wie er am anderen Ende von Europa (Portugal) überlebt.

Da er aber die Marseiller Mafia um Geld erleichtert hat lebt er in einem ständigen Zustand der Sorge – wann finden ihn die Bösen? Dazu jede Menge aktuelle Politik über Flüchtlinge, illegale Immigranten und ordentlich was über Surfen großer Wellen. Und natürlich Frauengeschichten, Und natürlich Kristof der Rächer. Und das alles mit viel Lachen (beim Leser).

Geiler Scheiß – sagte ich das nicht?

Soundtrack dazu: Reaching Hand, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.064

Ulf Miehe - Lilli Berlin (Rotbuch, 2014)
Ulf Miehe – Lilli Berlin (Rotbuch, 2014)

Gelesen: 18. – 20.09.2014, netto 201 Seiten

Versteht das heute noch jemand. Ost vs. West? West-Berlin in den 70ern? Der Roman von Ulf Miehe ist von 1981 und jetzt bei Rotbuch wiederentdeckt worden – zurecht. Allerdings ohne etwas Hintergrundwissen zu BRD, DDR und West-Berlin ist das echt schwer zu verstehen – dann bleibt eine kleine aber ggf. auch zu kurze Krimigeschichte aus vielen Blickwinkeln.

Aber wenn das Kopfkino den richtigen Hintergrund einstellt dann ist das ein spannendes Drehbuch und das Kino fängt sofort an in schmutzigen Farb-Bildern zu flackern. Der Autor starb früh (1989) und machte weniger in Büchern als in Drehbüchern – insofern ist das gute Kopfkino. Und die Geschichte um Flucht aus der DDR, Liebe und Verrat ist eine schöne, die auch noch aus den verschiedenen Perspektiven und mit Hilfe kleiner Kniffe wie „Polizeiverhör“ dargestellt wird.

Wer aufpasst, kann sogar die Pointe finden! Wäre es ein Tatort, wäre das um 21:30!

Soundtrack dazu: PVC, was sonst?

PS: Das original Cover war elend langweilig, das neue passt besser!

Ulf Miehe - Lilli Berlin (Piper, 1981)
Ulf Miehe – Lilli Berlin (Piper, 1981)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.051

Jör Juretzka - Taxibar (Rotbuch, 2014)
Jör Juretzka – Taxibar (Rotbuch, 2014)

Gelesen: 14. – 20.06.2014, netto 215 Seiten.

Unser Anti-Held Kristof Kryszinski nimmt uns diesmal mit auf eine Reise durch das Elend der Ruhrgebietes – Zigeuner, dealende Russen, kaputte Deutsche und das Elend der den Bach runtergehenden Innenstädte. Das Elend ist so Elend, das Kristof seinen Gig als Detektiv aufgegeben hat und nun eine Spelunke (die auch Bar sein könnte) führt. Als er nebenbei ein kleines Paket voll Koks findet und zu Geld machen will geht die Chose natürlich den Bach runter.

Neue Umgebung, neue Charaktere und ein klarer Blick auf die Menschen, die sich dort herumtreiben. Und ein Spass, der einem auch schonmal im Halse stecken bleibt, da auch hier gestorben wird und das nicht nur aus guten Motiven.

Ich mag das, ich mag den Humor und ich habe auch keine Probleme mit der kleinen Typveränderung die dem Helden wiederfährt. Das perfekte Buch um zu lernen wie man eine Kneipe führt. Lehrbuchstoff sozusagen. Passt.

Soundtrack dazu: Lokalmatadore, was sonst?