Bücher, schnell gelesen: Teil 1.351

Ross Thomas - Dann sei wenigstens vorsichtig (Alexander Verlag, 2018)
Ross Thomas – Dann sei wenigstens vorsichtig (Alexander Verlag, 2018)

Gelesen: 25. – 29.10.2018, netto 281 Seiten

Ross Thomas … einfach nur schöne und kurzweilige Bücher. Und schön auch das die alle nach und nach neu herausgebracht werden.

Diesmal widmet sich Ross seinem Lieblingsthema „Politikbetrieb Washington DC“ auf eine ehr intime Art: Ein Historiker, der gut im Ausgraben ist, soll für einen Journalisten herausfinden warum sich ein Senator für lächerliche $50k hat bestechen lassen.

Bezeichnend, dass die Summe als „lächerlich“ angesehen wird. Spannend wird das ganze dadurch das rund um den Senator das große Sterben beginnt sobald der Historiker Decatur Lucas die Arbeit aufnimmt.

Geschickt werden falsche und realistisch klingende falsche Fährten gelegt, was letztendlich dazu führt das noch mehr Menschen sterben. Und am Ende gibt es ein großes „Bäng“ aus Rache, Rache und nochmal Rache (serviert als Mord).

Klasse Buch, so ganz ohne Tiefgang und mahnenden Zeigefinger. Ich mag das.

Soundtrack dazu: Faith – Another Victim, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.296

Ross Thomas - Der Mordida-Mann (Alexander Verlag, 20179
Ross Thomas – Der Mordida-Mann (Alexander Verlag, 20179

Gelesen: 11. – 12.01.2018, netto 322 Seiten

Ja, das ist einfach ein Schatz den der Alexander-Verlag da hebt: Ross Thomas hat 25 geniale Politthriller geschrieben und inzwischen sind wir beim 18ten Band angekommen. Und der ist wieder genauso und doch anders. Und einfach gut.

Ross Thomas hat genug eigene Erfahrung im Politbetrieb der US of A gehabt, so dass seine Geschichten niemals unrealistisch daherkommen. Backdrop hier ist der Konflikt zwischen Libyen und den US of A, der Zeitrahmen ist Ende der 70er. Wer mehr dazu lesen will kann das hier.

Eine wunderbare Dreicksgeschichte, wobei immer mehr kleine Dreicke im großen auftauchen. Fast schon Fraktal. Ein von den Libyern geförderter Terrorist wird entführt, als Rache entführen die Libyer den Bruder des amerikanischen Präsidenten.

Da dieser der CIA nicht traut (die aber den Terroristen diesmal nicht auf dem Gewissen haben), wird ein unabhängiger Dritter dazugeholt: Chubb Dunjee, der Mordida-Mann (aka der Schmiergeldmann). Er ist ex-Soldat (Vietnam mit Auszeichnung, ex-Kongressabgeordneter) und sowas wie der Dick Gently der  70er.

Ja, Chubb Dunjee löst die ihm angetragenen Probleme auf holistische und fraktale Art und das ist so unterhaltsam wie nur irgendwas. Zufall ist hier Plan und Betrug ist hier … betrogen werden. Einfach nur großartig!

Das so ein cooler Spy-Thriller nicht verfilmt wurde (zumindest hab ich nix gefunden) ist einfach nur unfassbar. Wo ist Quentin Tarantino wenn mann ihn braucht? Nur noch 7 Bücher, schade…

Soundtrack dazu: Rudi – I-Spy, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.212

Ross Thomas - Protokoll für eine Entführung (Alexander Verlag, 2016)
Ross Thomas – Protokoll für eine Entführung (Alexander Verlag, 2016)

Gelesen: 21. – 26.12.2016 netto 257 Seiten

Im englischen Original ist es „Protocol for a kidnapping“ und im Zusammenhang mit dem US Außenministerium ist es die Handlungsanweisung für den Fall, das ein Mitarbeiter entführt wird. Das Setting für den Mittelsmann Philip St. Ives  ist damit klar – eine Botschafter wurde entführt und soll ausgetauscht werden.

Aber alles war einfach scheint wird dabei unschön: St. Ives kennt die Botschafter von früher und Belgrad ist in den 70ern nicht wirklich ein guter Boden für die US of A. Dazu ist das Tauschobjekt auch in Belgrad und Geld wird auch verlangt. Nicht nur der Leser sondern auch St. Ives und seine Freunde kommen schnell auf den Trichter das hier nicht alles stimmt.

Und so bleibt das ganze eine humorvolle und trickreiche Schnitzeljagd mit überraschend viel Sex und Toten. Schwungvoll und wie immer bei Ross Thomas heute völlig aus der Zeit gefallen. Guter Stoff!

Soundtrack dazu: Radnička Kontrola, was sonst?