Bücher, schnell gelesen: Teil 1.341

Tom Franklin - Krumme Type, Krumme Type (pulp master, 2018)
Tom Franklin – Krumme Type, Krumme Type (pulp master, 2018)

Gelesen: 02. – 04.09.2018, netto 395 Seiten.

Schweigen kann töten. Schweigen kann Freundschaften töten. Und Erwachsen werden tötet alles aus deiner Jugend. Immer.

Eine großartige Geschichte über Schuld und Schweigen ist dieses Buch von Tom Franklin, das einen extrem großen Zeitraum von den 1970ern zu den 2000endern abdeckt. 1982 verschwindet in Chabot, Mississipi, ein junges Mädchen und alle wissen das es Larry Ott war. Aber – keine Spur, keine Leiche und auch kein Geständnis – Larry wird nie angeklagt.

Der ganze Ort wendet sich trotzdem (weil sie es wissen) von ihm ab und als 2007 ein weiteres Mädchen verschwindet kommt die Polizei zuerst zu ihm. Und dann wird die ganze Nummer zu einem wunderbaren und irgendwie warmherzigen Buch über Freundschaft und Schweigen. Und ganz langsam und behutsam schält Tom Franklin die eigentliche Story heraus – ganz großes Kino, auch sprachlich.

Dazu eine ordentlich Prise typischer Südstaaten-Rassismus und fertig ist ein Buch wie ein Film. Und verfilmt wird das ganze hoffentlich!

Soundtrack dazu: Stephen Egerton (happy birthday by the way!), was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.340

Rick DeMarinis - Kaputt in El Paso (pulp master, 2007)
Rick DeMarinis – Kaputt in El Paso (pulp master, 2007)

Gelesen: 01. – 02.09.2018, netto 337 Seiten.

Perfekt. Das ist einfach ein perfektes Buch. Abgehalfterte Helden, die einem sympatisch sind. Ohne Ende reality check des Lebens im Süden der US of A und jede Menge Weisheiten über das Leben, das Überleben, die Welt der Drogen und das Geschäft mit den Drogen (eine logistische Dienstleistung, nicht mehr).

Uriah Walkinghorse ist ein abgehalfterter Bodybuilder der lieber als Hausmeister in einer Asi-Wohnanlage lebt als seiner ex-Frau Alimente zu zahlen. Und da er um Geld verlegen ist nimmt er das Angebot an, mit seinem furchterregendem Körper in einem Domina-Studio auszuhelfen. Prompt stirbt der Kunde und von da an geht es bergab.

Unter anderem auch weil der Kunde eigentlich das amerikanische Aushängeschild der Narcos aus dem Süden war. Und diese sind daher ein wenig angefressen (aber das sehr stilvoll).

Das ganze erinnert an den großartigen David M. Pierce und seine genialen Victor Daniels Krimis: Voller schwarzem Humor, voller Wahrheit und voller genialer Stolpersteine die den Helden immer wieder zur Strecke bringen (aber, keine Sorge, er steht immer wieder auf).

Das ist geiler Scheiß, kaufen!

Soundtrack dazu: Capitol Punishment, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.298

Tom Franklin - Smonk (Pulp Master, 2017)
Tom Franklin – Smonk (Pulp Master, 2017)

Gelesen: 21. – 26.01.2018, netto 288 Seiten

Was für ein Bastard!

The south is gonna rise again„?

Hahaha, nein – diese Bande von Degenerierten, Mördern und Vergewaltigern, religiösen Blutschändern und Rassisten? Echt? Nein, das ist kein rise above, da ist nur Elend.

Und Elend kann echt lustig sein – sagt zumindest der Autor, der immerhin Professor für kreatives Schreiben ist: „Das Schreiben war wie Masturbieren: Es fühlt sich großartig an, aber gleichzeitig fühlt man sich schuldig – es war zu gewalttätig, es war zu schräg, es wurde zu viel gefurzt, und es gab zu viel Sex.

Ich habe bereits nach wenigen Seiten aufgehört die Toten zu zählen, vor allem die 15 jährige Hure Evavangeline schlachtet alles ab was ihr an die Wäsche will, auch die die dafür bezahlen. Auf ihrer Fährte ist eine durchgeknallte Horde christlicher Deputies die von einem noch durchgeknallterem Sheriff angeführt werden.

Und über allem thront E.O. Smonk, ein Bösewicht wie aus dem Bilderbuch. Dazu noch eine Stadt voller tollwütiger Witwen und das große ganze versinkt in einem riesigen Schwall Blut. Einfach herrlich!

Wow. Der beste Gore-Western seit 2000 (und 2001) Maniacs! Jetzt aber bitte als Film, das wäre ein Hammer.

Soundtrack dazu: Psycho Charger – The South will rise, was sonst?

PS: Die Cover von Pulp Master sind ja nicht so mein, das Original ist irgendwie aber auch zu einfach…

Tom Franklin - Smonk (William Morrow, 2006)
Tom Franklin – Smonk (William Morrow, 2006)