Bücher, schnell gelesen: Teil 1.190

Jean-Luc Bannalec - Bretonische Flut (Kiepenheuer & Witch, 2016)
Jean-Luc Bannalec – Bretonische Flut (Kiepenheuer & Witch, 2016)

Gelesen: 04. – 13.08.2016 netto 425 Seiten

Jaja, die bretonischen Reiseführerkrimis. Diesmal nicht nur von einem Reiseverantstalter gesponsort sondern auch mit einer ganzseitigen Anzeige für das Ar Men Du (Relais du Silence et Restaurent Gastronomique), sowas hab ich noch nie in einem Buch gesehen … tststs

Der Kriminalfall spielt diesmal im Fischermilieu und auf den kleinen Inseln vor der Küste und ist eine veritable Mordserie. Neben der tatsächlich sehr plastischen Schilderung der wunderbaren Landschaft ist dabei die spannende Hatz nach dem Mörder und nach den Details rund um die Morde extrem elegant.

Ein Kommissar und das Meer“ könnte man sagen und „eine ziemliche Hatz„: Im Gegensatz zu den anderen Büchern ist hier ordentlich Tempo drin. Trotz der offensichtlichen Werbung für eine wunderbare Landschaft ein gutes Buch.

Soundtrack dazu: Pastel Vespa, so!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.163

Jean-Luc Bannalec - Bretonischer Stolz (Kiepenheuer & Witsch, 2015)
Jean-Luc Bannalec – Bretonischer Stolz (Kiepenheuer & Witsch, 2015)

Gelesen: 05. – 07.03.2016, netto 368 Seiten.

Und der vierte Streich der ganz offensichtlich durch den Tourismusverband der Bretagne geförderten Krimiserie um Kommissar Dupin.

Beim letzten Band ging es um Salz, hier geht es um Austern. Und Druiden. Und Kelten. Der Leser wird förmlich erschlagen mit Referenzen und kann am Ende gar nicht anders als das eine oder andere Nachzuschlagen.

Dazu gibt es wie immer leckeres Essen und jede Menge Details rund um die Austernzucht. Achja, Mord gibt es auch. Und was am Anfang als etwas wirr daherkommt wird im Mittelteil mit einem klitzekleinen Hinweis quasi verraten – mal sehen wie viele Leser das erkennen und damit den Rest des Buches erahnen.

Schade, das war gar nicht nötig, der Kriminalfall ist diesmal leidlich spannend – das ganze Buch auch viel hektischer, was ihm aber gut tut. Leichte Ware und immer noch Urlaubslektüre (ich hab es wg. Nahtoterfahrung „Grippe“ in einem schnellen Rutsch gelesen).

Soundtrack dazu: Toxic Frogs, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.090

Tom Hillenbrand - Drohnenland (KiWi, 2014)
Tom Hillenbrand – Drohnenland (KiWi, 2014)

Gelesen: 28.01. – 01.02.2015, netto 416 Seiten.

Minority Report meets 1984 aka NSA? Ich für meinen Teil liebe leicht verschobene Realitäten, ich glaube Tom Hillenbrand hat hier eine hinbekommen die so subtil verschoben ist, das sie mir wirklich Angst macht. Mal ab von den Weltkriegszenarien im Hintergrund ist eine Welt, in der alles auf Vorrat gespeichert wird (und dabei wird alles aufgezeichnet, mit Drohnen) nicht wirklich weit weg und in vielen Teilen „nah“. Dieser Teil des Buches ist extrem gelungen, vor allem weil die Nutzung der Drohnen und ihrer Daten am Anfang subtil und „positiv“ ist.

Wie das aber mit einem Krimi so ist gibt es irgendwann Tote und Fragen, dazu offensichtliche und nicht so offensichtlich Antworten. Da wird das ganze dann zu einem normalen Krimi, bei dem der Ermittler eben gerade nur sich selbst vertraut und dabei das große Bild hinter dem vordergründigen entdeckt. Das dieses dann wieder nur „Fake“ ist, war irgendwie klar. Also – geile Idee, realistische Welt, Standard Krimi. Mit ein wenig mehr Mut und/oder Pep oder aber auch irgendwas anderem wäre das glatt ein genialer Krimi geworden. Irgendwie Schade! Trotzdem flüssig zu lesen und mit einem guten Sprachbild: Mein Kopfkino fühlte sich angesprochen.

Soundtrack dazu: P.I.G.Z.  was sonst?