Bücher, schnell gelesen: Teil 1.252

Marlon James - Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Heyne Hardcore, 2016)
Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Heyne Hardcore, 2016)

Gelesen: 18.06.- 08.07.2018, netto 844 Seiten

Wow – was für ein Monster. Ausgehend von einem echten Ereignis (dem Mordanschlag auf Bob Marley in 1976) skizziert Marlon James Jamaika, die Politik auf der Insel und natürlich die Gangster in Kingston. Und die Gangster sind auch Politiker, was sonst?

Dabei geht er sowohl zurück in der Zeit um eine passende Vorgesichte zu weben als auch viel viel weiter in die 1990er und den Aufstieg von Crack und jamaikanischen Dealern in NYC.

Großes Kino für das Kopfkino und immer mit einem feinen Gespür für die erzeugten Bilder, werden diese doch von unterschiedlichen „Ich-Erzählern“ in unterschiedlicher Sprache erzählt. Dazu gehören auch Tote, die aus ihrem Leben erzählen.

Ein wahnsinnig tolles Buch – voller Humor und brutalster Gewalt. Beiläufigen Morden. Echtem Gemetzel. So wie das Leben am Rande des Wohlstandes eben ist. Kein wirklicher Krimi aber ein Zeitstudie fast ohne gleichen.

Ich lege das mal gaaaaanz doll ans Herz! Befeuert euer Kopfkino!

Soundtrack dazu: Bob Marley and Punk, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.214

James Lee Burke - Vater und Sohn (Heyne Hardcore, 2016)
James Lee Burke – Vater und Sohn (Heyne Hardcore, 2016)

Gelesen: 27. – 29.12.2016 netto 627 Seiten

Mit „Fremdes Land“ wurde vorgelegt, mit Vater und Sohn wird die Geschichte in und vor den ersten Weltkrieg verlegt und das Familien-Epos um die Hollands ausgeweitet. Großvater Hackberry Holland, ex-Texas Ranger und mit einem guten Hau gesegnet und sein Sohn Ishmael schlagen sich durch Texas und die Stellungen des ersten Weltkrieges.

Mit viel Schwung und viel Detail wird die Familiengeschichte ausgebreitet und mit ordentlich Gewalt bereichert. Gewalt im Krieg gegen Mexiko, Gewalt im Kampf gegen die Gewerkschaften und Gewalt in den Stellungskriegen an der Westfront in Europa.

Und natürlich findet alles einen gemeinsamen Nenner und eine gemeinsame Liebe. Und am Ende stirbt ein Waffenhändler auf überraschend clevere Art.

Episch, es bleibt dabei. Einfach nur Episch!

Soundtrack dazu: Immer noch Rank and File, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.192

James Lee Burke - Fremdes Land (Heyne Hardcore, 2016)
James Lee Burke – Fremdes Land (Heyne Hardcore, 2016)

Gelesen: 23. – 30.08.2016 netto 566 Seiten

Ein Texas-Epos von 1934 bis in die 50er – Hinterwäldler, Nazis, US-Soldaten die jüdische Frauen aus den Händen der SS befreien und eine fiese Schlammschlacht im und ums Öl. Wow.

Das ganze passt lose zur Reihe um Sheriff Holland und ist weniger Thriller als, mmmhhhh, „sozialkritisches Epos“? Das ganze ist insofern spannend als die Gesellschaft in den US of A nach dem zweiten Weltkrieg schon eine sehr schräge war – Rassentrennung, Kommunistenhatz und durch und durch korrupt.

Und mittendrin Millionen von Männern die den Krieg nicht nur gesehen sondern auch mit all seinen Schrecken erlebt haben (und daher nicht mehr so ganz in die Gesellschaft passen).

Nur ein bischen Crime, nur ein bischen Thriller aber spannend! Und für die Gesamtheit des Holland Universums einfach ein „muss“.

Soundtrack dazu: Rank and File, was sonst?