Bücher, schnell gelesen: Teil 1.270

Larry Brown - Fay (Heyne Hardcore, 2017)
Larry Brown – Fay (Heyne Hardcore, 2017)

Gelesen: 18. – 24.09.2017, netto 635 Seiten

Ein ziemlich überraschendes Buch. Und in meinem Kopfkino ein  großartiger Kontrast: Langsam zieht die Geschichte rund um die junge Fay dahin, Landschaft und Menschen im Süden der US of A werden detailliert und mit viel street-credibility beschrieben …

… und bang bringt Fay wieder jemand zur Strecke: Hart, blutig, gewalttätig. Auf der Leinwand wäre das ein perfekter Schocker – die Gewalt kommt aus heiterem Himmel. Und danach kommt wieder Landschaft, Leute und … Zeit. Viel Zeit.

Der Rhythmus dieses Buches ist einfach perfekt und die Mischung aus Road-Movie und Kill! ist einfach überzeugend. Und das Beste? Das ganze ist eine pittoreske Tour durch das White Trash America, eine Welt die ein totales Eigenleben führt. Und immer wieder WOW Effekte hervorruft.

Und Fay? Fay geht ihren Weg, zieht Männer an wie Blumen die Bienen und lässt sich auch von den daraus resultierenden Leichen nicht aufhalten. „Trailer Park Murder Queen„? Ja. Aber auch ein kleines, unschuldiges und ungebildetes Mädchen das immer mehr lernt und ihren Weg geht.

Ja, das war gut! Hoffentlich wird der gut verfilmt!

Soundtrack dazu: Isaac Hayes oder Buck Biloxi & The Fucks – was sonst?

PS: Und Larry Brown? Der ist leider viel zu früh verstorben. Ein Einblick in seine Welt …

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.252

Marlon James - Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Heyne Hardcore, 2016)
Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Heyne Hardcore, 2016)

Gelesen: 18.06.- 08.07.2018, netto 844 Seiten

Wow – was für ein Monster. Ausgehend von einem echten Ereignis (dem Mordanschlag auf Bob Marley in 1976) skizziert Marlon James Jamaika, die Politik auf der Insel und natürlich die Gangster in Kingston. Und die Gangster sind auch Politiker, was sonst?

Dabei geht er sowohl zurück in der Zeit um eine passende Vorgesichte zu weben als auch viel viel weiter in die 1990er und den Aufstieg von Crack und jamaikanischen Dealern in NYC.

Großes Kino für das Kopfkino und immer mit einem feinen Gespür für die erzeugten Bilder, werden diese doch von unterschiedlichen „Ich-Erzählern“ in unterschiedlicher Sprache erzählt. Dazu gehören auch Tote, die aus ihrem Leben erzählen.

Ein wahnsinnig tolles Buch – voller Humor und brutalster Gewalt. Beiläufigen Morden. Echtem Gemetzel. So wie das Leben am Rande des Wohlstandes eben ist. Kein wirklicher Krimi aber ein Zeitstudie fast ohne gleichen.

Ich lege das mal gaaaaanz doll ans Herz! Befeuert euer Kopfkino!

Soundtrack dazu: Bob Marley and Punk, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.214

James Lee Burke - Vater und Sohn (Heyne Hardcore, 2016)
James Lee Burke – Vater und Sohn (Heyne Hardcore, 2016)

Gelesen: 27. – 29.12.2016 netto 627 Seiten

Mit „Fremdes Land“ wurde vorgelegt, mit Vater und Sohn wird die Geschichte in und vor den ersten Weltkrieg verlegt und das Familien-Epos um die Hollands ausgeweitet. Großvater Hackberry Holland, ex-Texas Ranger und mit einem guten Hau gesegnet und sein Sohn Ishmael schlagen sich durch Texas und die Stellungen des ersten Weltkrieges.

Mit viel Schwung und viel Detail wird die Familiengeschichte ausgebreitet und mit ordentlich Gewalt bereichert. Gewalt im Krieg gegen Mexiko, Gewalt im Kampf gegen die Gewerkschaften und Gewalt in den Stellungskriegen an der Westfront in Europa.

Und natürlich findet alles einen gemeinsamen Nenner und eine gemeinsame Liebe. Und am Ende stirbt ein Waffenhändler auf überraschend clevere Art.

Episch, es bleibt dabei. Einfach nur Episch!

Soundtrack dazu: Immer noch Rank and File, was sonst?