Bücher, schnell gelesen: Teil 1.305

David Lagercrantz - Verfolgung (Heyne, 2017)
David Lagercrantz – Verfolgung (Heyne, 2017)

Gelesen: 22. – 27.02.2018, netto 467 Seiten

OK, dann ist das aber auch bitte das Ende der Millenium Trilogy (bei Band 5 von ursprünglich 10 die Stieg Larsson konzipiert hatte). Und warum?

Weil in diesem Band das bisher im dunklen geblieben Jugendleben von Lisbeth Salander ausgerollt, aufgearbeitet und abgeschlossen wird. Das ist leidlich spannend (weil bisher die spannende Frage – was passierte da eigentlich) aber eben nun auch vorbei.

Und irgendwie wäre es daher jetzt an der Zeit dieses Experiment (aus den Fragmenten eines zu früh verstorbenen Autors noch etwas zu machen) zu beenden. Ich lasse mich zwar gerne überraschen, aber ich kann mir nicht vorstellen das die Geschichte von Lisbeth und Mikael noch einmal eine neue Wendung nehmen kann.

Als Abschluss ein gelungener Band, als Cliffhänger dann wieder nur reine Grabschändung. Aber das hat der Kunstbetrieb sowieso immer gemacht.

Soundtrack dazu: We are the Best!, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.178

Robert Craig - Stunde der Rache (Heyne, 2016)
Robert Craig – Stunde der Rache (Heyne, 2016)

Gelesen: 28.05. – 05.06.2016 netto 581 Seiten.

Eigentlich ist Robert Crais als Drehbuchschreiber (Quincy, Miami Vice u.a.) in LA gelandet – aber am Ende hatte er mehr Lust eine Detektivserie zu schreiben: Und so gibt es seit 1987 die „Elvis Cole und Joe Pike“ Serie. Die ist bei Bastei Lübbe. Goldmann und Rowohlt in den 90ern zum Teil schon veröffentlicht worden – ehr so halbherzig. Eben so „halbgar“ scheint Heyne das jetzt ohne Rücksicht auf die Reihenfolge der Serie neu aufzulegen (sie arbeiten sich so lala rückwärts durch das Œuvre).

Und das ist mehr als verdient – zumindest Stunde der Rache ist gutes Private Eye Material und macht Lust auf mehr. Das Detektiv-Duo wird dabei nicht nur zum Gegner der Polizei sondern auch noch zum Ziel eines Serienkillers. Und eines der Opfer ist … eine alte Geliebte von Joe Pike. Und alles deutet auf ihn als Mörder hin.

Klasse Figuren, klasse Setting im LA von 1999 mit vielen kleinen Nuancen – am Ende geht es eigentlich nur um Liebe, alle Beteiligten vereint das. Sehr schön und ich werde die anderen auch noch lesen (auch wenn es keinen Spass macht das vom falschen Ende her zu tun). Guter Stoff für das Kopfkino – erinnert mal wieder an Vic Daniel, den lässigen und lustigen Detektiv von David M. Pierce.

Soundtrack dazu: X – was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.128

David Lagercrantz - Verschwörung (Heyne, 2015)
David Lagercrantz – Verschwörung (Heyne, 2015)

Gelesen: 01. – 03.10.2015, netto 592 Seiten.

Tja, das ist jetzt natürlich schwierig. Verblendung, Verdammnis und Vergebung hatten wir schon und zwar vom Autor selbst – Stieg Larson. 10 Bücher hatte er konzipiert, der vierte Band liegt als Expose vor. Aber eben alles Posthum, da 2004 schon verstorben war.

Um das Gesamtwerk gab es offensichtlich Streit zwischen der Familie und seiner Freundin, so das der vierte Ban wohl nie das Licht der Welt erblicken wird. Was macht also der Verlag, der quasi ein Vermögen mit den Büchern verdient hat und verdienen kann? Er lässt jemand anderen einen weiteren Band schreiben. Das wäre wohl so als wenn Sire 4 Typen mit einer neuen Ramones LP beauftragt. Und das wäre irgendwie Scheiße.

Aber es ist so passiert und David Lagercrantz hat sich redlich bemüht etwas im Stil von Stieg Larson hinzubekommen. Und, sorry, es ist tatsächlich gelungen. Nahtlos fügt sich das Buch an die Trilogie, die Figuren werden elegant weitergeführt und der Aufhänger für das Buch ist geschickt an einem sicher oft überlesenen Details aus Lisbeth Salanders Leben rangehängt. Fesselnd, mit viel Geschwindigkeit und mit der gleichen Härte wie die anderen Bücher. Und am Ende ein Cliffhänger. Als Gesamtstory passt das, als Vermächtniss natürlich reine Grabschändung. Aber das hat der Kunstbetrieb sowieso immer gemacht.

Ich will jetzt mehr in dieser Qualität!

Soundtrack dazu: Gatans Lag, was sonst?