Bücher, schnell gelesen: Teil 1.272

Joe R. Lansdale - Krasse Killer (Golkonda Verlag, 2017)
Joe R. Lansdale – Krasse Killer (Golkonda Verlag, 2017)

Gelesen: 28.09. – 03.10.2017, netto 373 Seiten

Das ist der 9. Teil der Hap & Leonard Serie, in der Reihenfolge der Veröffentlichung des Golkonda Verlages allerdings erst das siebte Buch (da die Bände 4 und 5 aus dem englischen noch fehlen). Kompliziert und irgendwie … doof. Dennoch freue ich mich immer auf alle die da noch kommen, bisher hat Joe R. Lansdale 20 Bücher (unterschiedlicher Länge) für die beiden rausgehauen – da geht noch was.

In Krasse Killer sind die unverwüstlichen Angeber als Detektive unterwegs und die harmlose Suche nach der Tochter einer großartig rotzigen alten Dame stellt sich als eine ehr harte Nuss da. Und um Nüsse (im englischen Sinne) geht es dann auch – denn diesmal stehen Hap und Leonard einer Killer-Gang gegenüber, die ihren Opfern die Eier abschneidet.

Mit dabei sind auch Charakter aus vorherigen Büchern (zum Beispiel der durchgeknallte Cowboy Jim Bob Luke und die in Hap verknallte sexy Killerin Vanilla Ride) und die Hilfe brauchen die beiden auch. Und am Ende gibt es einen Cliff-Hänger der einen fast an das Ende der Serie denken lässt (ein Gefühl das sich auch durch das Buch zieht): Alter und Familie fordern ihren Tribut.

Wie immer klasse Dialoge, viel Wortwitz und eine ordentliche Portion lakonische Gewalt. Also beste Unterhaltung!

Soundtrack dazu: Hates, was sonst?

Und ja, in den USA läuft dazu eine smarte TV Serie:

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.245

Jo Walton - Das Jahr des Falken (Golkonda Verlag, 2016)
Jo Walton – Das Jahr des Falken (Golkonda Verlag, 2016)

Gelesen: 29. – 30.05.2017, netto 278 Seiten

Der dritte Teil der Inspector Carmichael Serie, nach 1941, 1949 spielt das ganze einige Jahre weiter im London von 1960. Der alternative Verlauf der Geschichte ist inzwischen bei einem erzkonservativen England mit einer faschistischen Führung angekommen, die UdSSR ist atomar besiegt und Deutschland (unter einem alternden Hitler), Italien und Japan beherrschen die Welt, von den US of A ist nichts zu sehen.

Inspector Carmichael ist inzwischen der Chef der Wacht, eine faschistischen Geheimpolizei mit direktem Draht zum Premierminster Normanby (der wiederum seit „Die Stunde der Rotkehlchen“ den Chef der Wacht in der Hand hat) und seine größte Sorge ist eine Internationale Friedenskonferenz in London. Und über diese Sorge verlieren er und die Führung den Kontakt zur Bevölkerung und was diese so umtreibt.

Rückmeldung aus dem Volk erfährt Carmichael von seinem Mündel Elvira, die in die Räder der politischen Konflikte gerät. So stimmig diese Geschichte auch ist, so ungeschickt läuft das ganze auf ein gutes Ende zu, das dann auch noch sehr hektisch zuschlägt – fast so als wollte der Autor das ganze mit einem Zirkelschluss zum ersten Band abschließen und England nicht der faschistischen Zukunft überlassen. Aber was die Queen als Symbolfigur da richtet passt einfach nicht – Sie und ihre Position ist Teil der Elite.

Schade, für meinen Lesegeschmack hat Jo Walton hier zu kurz und zu lokal gedacht, ein Ende mit Schrecken hätte mir besser gefallen.

No more happy ends!

Dennoch sind alle 3 Bände (am besten zusammen) lesenswert! Der großartige Thomas Wörtche sagt dazu:

Das ist noir im fiesesten Sinn. Beiläufig, aber enorm wirkungsvoll. So wie der ganze Roman eine einzige böse Sprengfalle für nette Konsense ist.

Das stimmt, die leichte Verschiebung der Geschichte bringt Verhalten und Stimmungen in das Buch die einem nur allzu bekannt vorkommen.

Soundtrack dazu: Random Hand, was sonst?

Und Normanby? In disarray!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.244

Joe R. Lansdale - Bärenblues (Golkonda, 2016)
Joe R. Lansdale – Bärenblues (Golkonda, 2016)

Gelesen: 23. – 28.05.2017, netto 268 Seiten

Und der nächste Hap & Leonard Knaller, auch wenn ich wieder komplett an der original Reihenfolge der Serie vorbei lese. „Bärenblues“ (oder: The Two-Bear Mambo) ist der dritte Teil der Serie, aber das macht nichts.

Diesmal denken die beiden Helden an nichts anderes als die Ex von Hap (die, die er in Mucho Mojo an einen Cop verloren hat) in einem vom Klan beherrschten Provinzkaff zu suchen. Und da die Ex eine schwarze Anwältin ist die den Tod eines Schwarzen im lokalen Gefängnis untersuchen wollte sind sich Hap & Leonard ziemlich sicher was passiert ist.

Und landen voll in der Kacke. Und sind einmal nicht die Helden sondern müssen mit eingezogenem Schwanz und vielen Blessuren zurück nach Hause. Und daran haben die beiden Bären zu knabbern und daher auch ihr Bärenblues.

Das am Ende die Geschichte natürlich aufgeklärt wird ist klar, dennoch ein echter Verliererkrimi – alle beteiligten verlieren (ihr Leben, ein Auge und und und). Und ein Unwetter mit einem Staudammbruch wäscht das Provinzkaff einfach dahin.

Fast schon ein prophetischer Roman!

Soundtrack dazu: Flanders 72, was sonst?