Bücher, schnell gelesen: Teil 1.279

Dave Zeltserman - small crimes (Pulp Master, 2017)
Dave Zeltserman – small crimes (Pulp Master, 2017)

Gelesen: 04. – 06.11.2017, netto 332 Seiten

Ja, Dave Zeltserman hat mich gepackt. Das ist einfach wunderbarer hard-boiled shit voller lakonischer Gewalt. Und die Menschen sind böse. Und die in Uniform, die Guten … die sind nochmal so böse.

Joe Denton war einer von ihnen, korrupt und die Nase voller Koks. Und als der Staatsanwalt Beweise gegen ihn zusammengetragen hat latscht er bis unter die Haarspitzen voller Koks in sein Büro und fackelt die Beweise ab. Leider kommt der Staatsanwalt vorbei und Joe versucht ihn mit einem Brieföffner zu killen – voller Drogen verkackt er das aber und verunstaltet nur sein Gesicht und vergisst ihn zu killen.

Seine ebenso korrupten Kollegen sorgen für ein mildes Urteil (7 Jahre) in einem ruhigen lokalem Gefängnis. Doch als seine Zeit um ist hat er nichts mehr: Frau und Töchter weg, Cop-Freunde weg und auch sonst … niemand mehr. Auch seine Eltern, die ihn zuerst aufnehmen, wollen nichts mit ihm zu tun haben.

Und die anderen Cops? Die wollen das er den Job nun zu ende bringt. Der Staatsanwalt ist nämlich dabei den lokalen Mafia-Boss, der mit Krebs den Tod erwartet, alle Geheimnisse zu entlocken.

Und damit geht es wieder bergab mit Joe – er hat jede Menge Feinde am Arsch die ihn entweder benutzen und begraben wollen. Oder beides, in Reihenfolge. Wunderbar gewalttätig übrigens. Und Joe zieht die zu erwartende Spur an Tod und Zerstörung hinter sich her, wer mit ihm zu tun hat stirbt. Disillusion Paradise!

Großartig, mit ordentlich Lokalkolorit und Geschwindigkeit, vielen kleinen Überraschungen und einem großartigem Finale: „Ich lachte auf der gesamten Fahrt in die Hölle.

Kaufen!

Soundtrack dazu: City Saints, was sonst?

PS: Das Buch wurde großartig von Netflix verfilmt! Angucken!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.278

Dave Zeltserman - Killer (Pulp Master, 2015)
Dave Zeltserman – Killer (Pulp Master, 2015)

Gelesen: 02. – 04.11.2017, netto 257 Seiten

Endlich mal wieder etwas aus der hardboiled Ecke und endlich mal wieder was aus Boston. Der Ausgangspunkt der Geschichte ist extrem clever und ein typischer Deal:

Leonard March hat für die Bostoner Mafia den Dreck erledigt und ist dann doch in die Fänge der Polizei geraten. Da er keinen Bock auf Lebenslang hatte lieferte er den Oberboss gegen Straffreiheit für „alles andere“.  Sein Deal sind damit 14 Jahre. Und dann kommt raus das er nicht nur Dreck erledigt hat sondern auch noch 28 Morde.

Das gibt nicht nur eine schlechte Presse für die Justiz sondern das führt auch dazu das er sich nicht nur – wie schon im Gefängnis – Mafia-Rächern gegenüber sieht sondern auch noch 28 Familien die ihm ans Leder wollen.

Und mit dieser Aussicht wird er nach 14 Jahren als alter Mann entlassen. Behutsam und langsam beschreibt Zeltserman wie sich Leonard in das normale Leben einfügt und wie er versucht einfach nur zu leben. Und wie es sich für einen hardboiled Roman gehört ist unterschwellig immer die Gewalt da. Und neben der Gewalt lauert im Hintergrund immer ein Rächer.

Diesen Spannungsbogen hält Zeltserman perfekt aufrecht und lässt das ganze auf einen klassischen (aber überraschenden) show-down zulaufen. Keine Überraschung: Am Ende liebt der Leser den Killer.

Geiler Scheiß, da hol ich mir auch den Rest!

Soundtrack dazu: The Boston Strangler, was sonst?