Bücher, schnell gelesen: Teil 1.256

Tom Bouman - Auf der Jagd (Ars Vivendi, 2017)
Tom Bouman – Auf der Jagd (Ars Vivendi, 2017)

Gelesen: 28.- 31.07.2018, netto 278 Seiten.

Hinterwäldler killen oder Killer Hinterwäldler? Am Arsch der Welt in Pennsylvania, oben im Nord-Osten, leben Farmer und Einzelgänger sowie durchgeknallte ihr einfaches und hartes Leben. Dahin und damit in seine Heimat zieht sich auch der Henry Farrell zurück (ein ex-GI der seine Frau verloren hat) um als einfacher Police Officer zu überleben.

Mit viel Liebe zum Detail und viel Lokalkenntnis beschreibt Tom Bouman den Menschenschlag dort und was die Gas-Industrie dieser armen Gegend mit dem Fracking angetan hat (nämlich arme Menschen reich gemacht ohne einen gerechten Preis zu bezahlen). Und vor diesem Hintergrund wird aus einzelnen Leichen eine Mordserie. Und wie Henry dieser mit stoischer Geduld und Rücksicht auf die Menschen in seiner Gemeinde auf den Grund geht – das ist das großartige an diesem Buch.

Es ist ausreichend Böse und Brutal (obwohl es für meinen Geschmack noch plastischer sein könnte) und kommt mit wunderbaren Landschafts- und Naturbeschreibungen daher. Und erklärt auch noch wie mann sich in den Wäldern an den Bergrücken verhalten sollte.

Die Crime-Story ist schön komplex und voller falscher Fährten, Tom verleitet den Leser großartig auf diese. Und nimmt dann ganz elegant die nächste Wende. Cool. Echt cool. Nicht ganz so heavy wie Benjamin Withmer, aber ähnlich gut!

Das beste: zwei weiter Bücher rund um Henry Farrel hat Tom Bouman schon in Arbeit. Das schlechte: „Dry Bones in the Valley“ klingt als Titel irgendwie besser, zumindest in meinen Ohren.

Soundtrack dazu: Mose Giganticus, was sonst?