Bücher, schnell gelesen: Teil 891

William Gay - Nächtliche Vorkommnisse (Rohwolt, 2011)
William Gay - Nächtliche Vorkommnisse (Rohwolt, 2011)

Gelesen: 11. – 17.02.2012 (Zeit nicht genommen), netto 281 Seiten.

Klappentexter sind echt schlechte Menschen. Aber hier stimmt einmal fast alles – tatsächlich handelt es sich bei diesem Buch um ein kleine, feines und gemeines Road Movie aus dem Land der amerikanischen Hinterwäldler (offensichtlich die Heimat des Authors, der aus „Hohenwald, Tennessee“ stammt, eine offensichtlich Deutsche Ansiedlung im Nirgendwo der Berge und Wälder von Tennessee.

Die Geschichte ist gut, es sterben auch vermeindliche Helden und die Gewalt zieht sich als völlig normales Element durch die Geschichte. Am Ende gibt es kein Weglaufen mehr und der „Held“ muß selbst extrem gewalttätig werden um zu Überleben.

Sehr schön die Darstellung der Menschen und ihrer „hinterwäldlerischen“ Lebensweise und Lebensweisheiten. Das ganze gepaart mit der Hookline „Nekrophilie“ ist schon eine gelungene Nummer! Nicht wirklich gruselig aber gut zu Lesen! Soundtrack: Meat Puppets!

Bücher, schnell gelesen: Teil 890

Pablo De Santis - Das Rätsel von Paris (Unionsverlag METRO 540, 2011)
Pablo De Santis - Das Rätsel von Paris (Unionsverlag METRO 540, 2011)

Gelesen: 04.02. – 11.02.2012 (Zeit nicht genommen), netto 298 Seiten.

Nicht nur der Set seiner Bücher spielt in der Vergangenheit, auch seine Sprache, seine Sprachbilder und der Kontext wirken seltsam altertümlich – Pablo De Santis schreibt eigentlich ehr „Literatur“ entlang eine Krimi-Storyline.

Das Rätsel von Paris“ beginnt in seiner Heimat Argentinien und spielt dann zügig vor dem Hintergrund der Weltausstellung 1889 in Paris – etwas das viele Menschen in der heutigen vernetzten und medialen Welt sich nicht mehr verstehen können.

Pablo De Santis ruft eine längst vergessene Welt zurück, in der Detektive noch nicht Polizisten waren und Polizisten eigentlich nichts waren. Detektive jedoch waren berühmt und ihre Fälle wurden in Zeitungen breitgetreten (keine Fehrnsehen, kein Kino, kein Internet) – das ganze mit einem sympathischen Augenzwinkern in Richtung des Detektivgenres  im Allgemeinen und des Detektiv (eg. Holmes) und Assistent (eg. Watson) im speziellen. Eine muntere Story, viel Geschichte und ein überraschender Ausgang: eine klassische Detektivstory aus dem 19. Jahrhundert!

Musik dazu: Les Thugs!

Bücher, schnell gelesen: Teil 889

Walter Mosley - Falscher Ort, Falsche Zeit (Suhrkamp, 2011)
Walter Mosley - Falscher Ort, Falsche Zeit (Suhrkamp, 2011)

Gelesen: 30.01. – 04.02.2012 (Zeit nicht genommen), netto 408 Seiten.

Walter Mosley ist mir durch die großartige „Easy Rawlins Serie“ (ein schwarzer Privatdetektiv in LA) bekannt geworden – ich habe diese Zeitgleich mit James Ellroy und seinen großartigen LA-Romanen entdeckt und verschlungen.

Genauso wie Walter Mosley von LA nach NY umgezogen ist (das allerdings bevor er anfing zu schreiben) ist sein Held nun ein Privatermittler mit zwielichtigem Hintergrund: Leonid McGill ist eine ex-Mobster der vor seinen Dämonen fliehen will und dabei versucht nur Gutes zu tun. Das dieses Gute auch beinhaltet schlechten Menschen weh zu tun ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Wie alle Bücher von Walt Mosley ein großartiges Lehrstück über das schwarze Amerika, die Angst des schwarzen Amerikas vor der (in der Regel) weißen Polizei und die Macht der Mächtigen – die eigentlich und im Hintergrund aus ureigensten Motiven die Geschicke der Stadt leiten. Alles schön beiläufig und lakonisch –  eine spannende Story auf der Such nach dem gefallenen Mädchen, dem unschuldigen Engel – der am Ende natürlich gar nicht so rein weiß ist. Dazu die eigenen Familienprobleme, die ständige Kabelei mit der Polizei – eine rundum spannende und flüssige Geschichte.

Magst du Hammet und Chandler magst du auch Mosley! Soundtrack: Bad Brains!