Bücher, schnell gelesen: Teil 932

Massimo Carotto & Mama Sabot - Tödlicher Staub (Tropen, 2012)
Massimo Carotto & Mama Sabot – Tödlicher Staub (Tropen, 2012)

Gelesen: 13. – 15.08.2012 (Zeit nicht genommen), netto 148 Seiten.

Das ist mal wieder was anderes – nicht nur weil es ein Krimi aus Italien (besser: Sardinien) ist.

Eine kleine Kriminalstory ist hier aufgehängt an einer ganz realen Geschichte: Auf Sardinien gibt es seit vielen Jahrzehnten ein riesiges militärisches Sperrgebiet mit dem Namen „Salto di Quirra“ das von allen möglichen Armeen (der Nato) und von Waffenherstellern als Testgelände genutzt wird. Seit 2011 ist es im Focus der Staatsanwaltschaft, das Untersuchungen ergeben haben das es derbe verseucht ist (durch Uranmunition und was sonst noch so „abfällt“).

Vor diesem Hintergrund spannt Massimo Carlotto eine schöne Gaunergeschichte mit bösen Jungs die gut sind, guten Jungs die Böse sind und einer Wissenschaftlerin die gut erscheint aber irgendwie auch das falsche macht. Dazu die Mafia (was sonst), geschmierte Politiker und alte Seilschaften, die auch Freunde verkaufen. Perfekt, spannend und auf knapp 150 komprimiert! Besser geht es fast garnicht. Achja, ein bischen Gore ist auch dabei – passt. Unbedingt lesen!

Soundtrack dazu: Raw Power, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 931

Rob Alef - Kleine Biester (Rotbuch, 2011)
Rob Alef – Kleine Biester (Rotbuch, 2011)

Gelesen: 02. – 12.08.2012 (Zeit nicht genommen), netto 344 Seiten.

Herrlich – eine bitterböse Moralkritik an Berlin, den Bildungsbürgern, dem Schulsystem, den Eltern (vor allem den Super-Mamis) und und …ne, eigentlich eine kleiner mieser Krimi voller Lach- und Sacheffekte. Ich jedenfalls kenne mich jetzt mit   Myrmeleo’s aus!

Keine Ahnung was der Kollege Alef so zu sich nimmt, ich denke aber das macht er mit einem Lächeln. Selten habe ich in letzter Zeit mich so in einen Krimi hineingelacht – und selten war ich in der Lage einen Krimi in so vielen „Einzelteilen“ zu lesen ohne genervt zu sein (Arbeit, Fußball und so verhinderten ein stringentes Leseerlebnis), der „Flow“ erlaubt Unterbrechungen!

Voller Humor, voller Liebe zum Detail entpackt Alef ein Berlin das zurecht von der ersten bis zur letzten Seite böse, gemein und spannend die Todesliste eines unbekannten Täters abarbeitet. Tolle falsche Spuren, lakonische Gewalt, ein durchgeknallter Cop und und und – ach, herrlich. Bestes Geschenk für eine „Super Mami“ oder Eltern die gerade diskutieren warum ihr Kind nun genau auf diese eine besondere (weiterführende) Schule soll/muss…

Soundtrack dazu: Adolescents, was sonst!

Bücher, schnell gelesen: Teil 930

Petra Ivanov - Tiefe Narben (UT Metro, 2012)
Petra Ivanov – Tiefe Narben (UT Metro, 2012)

Gelesen: 28.07. – 02.08.2012 (Zeit nicht genommen), netto 560 Seiten.

Das ist der fünfte Fall von Staatsanwältin Regina Flint und dem Polizisten Bruno Cavalli – und was für ein Monster an Buch. Ach ja, es ist auch der „letzte“ Fall dieser beiden und ist ein monströs böser Cliffhänger der in die neue Serie von Ivanov (in der Schweiz ist der erste Band schon erschienen).

Die Vielschichtigkeit der vorherigen Bücher wird hier, mit aller (langsamen) Schweizer Gründlichkeit, noch dichter ausgebreitet. Das dabei eine stringente und lineare Geschichte erzählt und die super spannend ist wirkt erstmal überraschend – aber Petra Ivanov hat dafür einen coolen Kniff gefunden (… der hier nicht verraten wird). Aber dieser Kniff hält dermaßen die Spannung aufrecht, wow (und es wird nicht wie bei anderen  Krimis eine riesengroße Brotkrümmelspur gelegt die auch der dümmste Leser bemerkt).

Eine super spannender Krimi, der aber zumindest erfordert „Stille Lügen“ (den vorherigen Fall) gelesen zu haben (oder am besten – alle Fälle), da ein Kernthema in „Tiefe Narben“ dort beginnt. Aber, egal, das ist ein saustarker Krimi in wunderschön fremder (sprich „Schweizer“) Atmosphäre. Kaufen!

Soundtrack dazu: Crazy (Luzern), was sonst!