Bücher, schnell gelesen: Teil 1.325

Candice Fox - Hades (Suhrkamp, 2016)
Candice Fox – Hades (Suhrkamp, 2016)

Gelesen: 06. – 07.06.2018, netto 334 Seiten

Bei Candice Fox, aus sunny down under, bin ich ja mitten drin eingestiegen – beim ersten Buch nach der Hades-Trilogy. Das war so lala, an manchen Stellen sehr gut und an anderen Flach. Also jetzt zurück zu ihrem Crime Erstling und dem ersten Teil einer Trilogie um den Eden, Eric und Frank.

Alle drei sind Polizisten aber nur einer kommt aus einer Polizisten-Familie. Das ist Frank. Eden und Eric kommen aus dem Nichts – ihre Geschichte wird durch elegante Rückblenden erklärt. Titelgebender Held des Buches ist Hades, eine Unterweltgröße die sich ihren Namen dadurch gemacht hat das sie Leichen rückstandslos mehr oder weniger biologisch entsorgt. Auf dem eigenen Müllberg. Durch geschickte Schichtung. Und toxische Flüssigkeiten, die sich eben so auf dem Berg bilden und vor allem unter dem Berg sammeln. Und wirken.

Als ihm zwei Kinder zum entsorgen gebracht werden bricht er mit seinen Regeln und killt den Lieferanten. Und zieht die Kinder auf. Damit sie Polizisten werden. Und sie werden sehr sehr komische, wenn auch effiziente Polizisten. Denn sie haben viel von Hades gelernt und sind völlig rücksichtslos. Oder unmoralisch. Oder Gefühlskalt.

Am Ende arbeiten Frank, Eric und Eden zusammen und lösen einen kniffligen Fall. Einen wunderbar fiesen und blutigen Fall: Ein Hobbytransplanteur verkauft seit vielen Jahren erfolgreich Organe (und schmeißt die Spender weg). Bis irgendwann die Leichen auftauchen.

Und, sehr gut, eine der Hauptfiguren stirbt. Das ist ein Kniff, den sich leider viel zu wenig Autoren trauen – hier passt das.

Das Buch ist großartig (echt!), vor allem weil es die Figuren in einer Detailstufe zeichnet die einfach perfekt ist. Und weil es die Zeitsprünge an den richtigen Stellen hinbekommt. Klasse Einstieg, der hat Lust auf mehr gemacht.

Soundtrack dazu: Blitz Babiez – Die Looking Good, was sonst?

Mehr zu Candice Fox hier!

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.324

James McClure - Artful Egg (UT Metro, 2018)
James McClure – Artful Egg (UT Metro, 2018)

Gelesen: 04. – 06.06.2018, netto 371 Seiten

Wow – das krönende Ende der Serie um Lieutenant Tromp Kramer und Bantu Sergeant Michael Zondi. Und was für eine großartige Geschichte, was für sensationelle Charakter.

Star des Buches ist Ramjut Pillay, indischer Postbote zweiter Klasse, ein einfacher und nachdenklicher Mensch. Und weil er so viel nachdenkt, sind seine Gedanken ihm oft im Weg. Ausweg findet er daher per Post (sic!), sein mühsam verdientes Geld steckt er in ganz wunderbare Weiterbildungen und entsprechende Zertifikate von ganz wunderlichen Instituten in Übersee.

Oder anders: Er fällt auf alles rein.

Diesmal fällt er nicht rein, sondern stolpert in einen hochpolitischen Mord an einer Apartheid Gegnerin. Und das Intro der Leiche ist mit das beste was ich je gelesen habe:

James McClure - Artful Egg ( (c) Unionsverlag, 2018)
James McClure – Artful Egg ( (c) Unionsverlag, 2018)

Pure Poesie! Kann das bitte jemand verfilmen? In slow-motion? 4K?

Die Tote ist Naomi Stride, eine in Zuid-Afrika verbotene Schriftstellerin von Weltruhm. Daher werden Tromps Bosse extrem nervös und stehen unter dem Druck der Weltpresse. Und mit einem großartigen Kniff macht McClure diesen Druck doppelt: Eine weitere Tote, diesmal die Ehefrau eines Sicherheitspolizisten im Ruhestand. Und dieser war bekannt dafür, das schwarze Gefangene bei ihm regelmäßig aus dem Fenster sprangen. Im 10. Stock. Des Sicherheitspolizei-HQ. Beim Verhör. Selbstmord ohne Spuren, allesamt.

Entsprechend nervös sind Tromp und sein Boss – hat der ex-Polizist seine ewig meckernde Alte ebenso spurlos umgebracht? Was wenn das rauskommt?

Und so entsteht ein Wettlauf, dem der Leser dank Ramjut Pillay immer ein Schritt voraus ist. Ramjut selbst kann wenig dazu beitragen, hat er sich doch mit seinen Schachzügen in die Klapse manövriert. Er bleibt aber der thorn in the side (und die Erinnerung das Apartheid nicht nur eine schwarzes Gesicht hatte).

Die Lösung am Ende ist spannend (aber nicht unvorhersehbar) und dieses Buch krönt die Serie sowas von. Lesen! Aber als letztes!

Mehr über James McClure hier!

Soundtrack dazu: National Wake – Black Punk Rockers, was sonst?