Bücher, schnell gelesen: Teil 1.274

Roger Miret - My Riot (Lesser Gods, 2017)
Roger Miret – My Riot (Lesser Gods, 2017)

Gelesen: 10. – 15.10.2017, netto 290 Seiten

Agnostic Front gehören nicht wirklich zu den Bands die sich auf meinem Plattenspieler drehen. Klar gehören sie zu den Vätern von NYHC aber viel zu schnell waren mir die viel zu sehr Metall. Ich habe die auch nie live gesehen, in der Rückschau eigentlich komisch – aber zeigt das sie mich nicht wirklich interessiert haben.

Aber spätestens nach Tony Rettmans Buch NYHC hatte ich doch tiefer gehendes Interesse. Und da passt die Biographie von Roger Miret, dem Sänger von Agnostic Front, perfekt. Roger erzählt dabei nicht nur von seiner Jugend (als armer kubanischer Flüchtling) und seinen brutalen Vaterfiguren sonder auch schonungslos von seinen schlechten Seiten. Und diese haben ihn wg. Drogenschmuggel für einige Jahre in den Knast gebracht.

Und – er war nicht nur eine der schillernden Figuren der NYHC Szene sondern dabei die meiste Zeit Hausbesetzer, arm und voller Drogen. Und dieser Teil ist dann wirklich spannend. Das Leben in NYC Anfang der 80er war alles andere als einfach und das was wir als NYHC Szene kennen war wie ein Zug der mit Karacho in den Bahnsteig kracht – eine kommen durch, einige werden zermatscht!

Dazu gibt es einen fast schon launigen Abriss über die vielen Versionen von Agnostic Front, wer warum und wieso. Und so richtig ehrlich wird das ganze wenn er über seine Beziehungen und seine Kinder spricht – dann (endlich) gesteht er sich ein was alles schief gelaufen ist.

Fun fact: Formal ist er erst seit 2006 Amerikaner (vorher Kubaner). Und er schafft es auch ein paar kluge Weisheiten unterzubringen…

Ein gutes Buch. Wird keine neuen Platten in mein Regal spülen aber ich habe jetzt ein anderes Bild von Roger. Ein Held ist er nicht, aber ein Mensch.

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